„Jetzt wird’s für viele Betriebe eng!“

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So hätte ein Restaurantbesuch unter gesicherten Bedingungen aussehen können.
So hätte ein Restaurantbesuch unter gesicherten Bedingungen aussehen können.
© WK Tirol/Die Fotografen

Mit Treffen unter kontrollierten Bedingungen und einer Erhöhung der Testquote könnte die Gastronomie einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten.

Nach einem Jahr Pandemie zeigen sich massive soziale Folgen des „Social Distancing“. Quer durch alle Altersschichten werden psychische Defizite sichtbar. Die heimische Gastronomie nimmt bei der Rückkehr zu einer „gesicherten Normalität“ einen wichtigen Stellenwert ein – schließlich sind Restaurants, Wirtshäuser und Cafés ein zentraler Drehpunkt im sozialen Leben.

Der Gastronom Christian Burkia des gleichnamigen Restaurants in Inns­bruck hat alle Vorbereitungen für einen Neustart getroffen und „würde gestern aufsperren“, wenn er dürfte. Die Gastro-Branche könnte mit der Öffnung einen Beitrag zu mehr Sicherheit leisten, indem dadurch Treffen vom unkontrollierten privaten Bereich in die Gastronomie verlagert und verpflichtende Eintrittstests die Testquote erhöhen würden.

Personelle Probleme der Branche

„Wenn in den nächsten Wochen nicht bald eine Öffnung unter strengen Auflagen möglich ist, dann wird es auch für gut aufgestellte Betriebe eng“, so Burkia. Der Gastronom verweist darauf, dass schließlich die Kurzarbeit jeden Monat von den Betrieben vorfinanziert und ein Teil der Personalkosten gestemmt werden müsse. Mit dem Abhol- und Lieferservice sei nur ein Drittel des üblichen Umsatzes erzielbar.

„Wir investieren derzeit in Stammgäste, Mitarbeiter und Lieferanten – aber wir sind kein Sozialverein. Lang geht sich das nicht mehr aus“, betont der Unternehmer und weist darauf hin, dass mit jeder Woche die personellen Probleme für die Branche größer werden: „Mitarbeiter, die in andere Berufe abwandern, sind nur schwer zurückzugewinnen. Zudem leidet die Leistungsbereitschaft mit der immer größer werdenden zeitlichen Entfernung zum Arbeitsalltag.“

Christian Burkia

In Bezug auf die Covid-Sicherheit orientiert sich Christian Burkia am maximal Machbaren. „Mehr Sicherheit geht nicht – wir ziehen alle Register, die verfügbar sind“, so Burkia. Das Sicherheits- und Präventionskonzept hat Christian Burkia nach einer Ausbildung zum Covid-19-Beauftragten selbst erarbeitet und passt es jeweils an neue Vorgaben an.

„Wir waren der erste Betrieb in Innsbruck mit einer für die Gäste sehr einfachen Registrierung per QR-Code. Trotz 150 Gästen täglich hatten wir letztes Jahr keinen einzigen Corona-Fall“, betont Burkia, „und inzwischen gibt es ja zusätzlich noch die Testungen.“ Ein großer Teil der Tirolerinnen und Tiroler nutzt die Tests bereits für einen Friseurbesuch und genießt es, Ski fahren zu können. „Ich bin mir sicher, dass sich viele Menschen auch danach sehnen, endlich wieder einmal in ihrem Lieblingsrestaurant ein Menü in sicherer Umgebung serviert zu bekommen und damit nach einem Jahr Pandemie ein bisschen Normalität zu erleben“, so Burkia.