Winfried Vescoli (FW Tirol), Helmut Reichholf (Grüne Wirtschaft), Bezirksobmann Franz Jirka (WB), Stefan Gleinser (UNOS) (v.l.).
Winfried Vescoli (FW Tirol), Helmut Reichholf (Grüne Wirtschaft), Bezirksobmann Franz Jirka (WB), Stefan Gleinser (UNOS) (v.l.).
Innsbruck

Gemeinsam für den Standort Innsbruck

Winfried Vescoli (FW Tirol), Helmut Reichholf (Grüne Wirtschaft), Bezirksobmann Franz Jirka (WB), Stefan Gleinser (UNOS) (v.l.).
© WK Tirol

Die Vertreter des WK-Bezirksausschusses Innsbruck Stadt sind sich einig: Die Landeshauptstadt braucht akzeptable wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um gestärkt in die Zukunft zu starten.

„Wir sprechen für 9.000 Wirtschaftstreibende in Innsbruck, welche allesamt Kommunalsteuern abliefern sowie Arbeitsplätze schaffen und daher erwarten wir uns Gehör, um ein gedeihliches Wirtschaften in der Stadt zu ermöglichen“, rufen die Vertreter des WK-Bezirksausschusses Innsbruck Stadt – Bezirksobmann Franz Jirka (WB), Winfried Vescoli (FW Tirol), Stefan Gleinser (UNOS) und Helmut Reichholf (Grüne Wirtschaft) – bei der heutigen Pressekonferenz auf.

Die Ausschussmitglieder sind sich einig: „Die Wirtschaftskammer gehört bei wirtschaftlichen Entscheidungen vermehrt in Denkprozesse eingebunden. Wir möchten der Stadtpolitik nicht den Marsch blasen, sondern produktive Vorschläge einbringen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen. Daher hoffen wir, dass unsere ausgestreckte Hand von der Politik ergriffen wird und wir künftig gemeinsam den Wirtschaftsstandort stärken können.“

WK-Bezirksobmann Franz Jirka ist vor allem die Parkplatzsituation ein Dorn im Auge: „Ich habe kein Problem damit, dass es weniger Oberflächenparkplätze gibt, wenn diese tatsächlich überflüssig sind. Ich persönlich brauche auch nicht mehr Verkehr in der Stadt, denn ich bin selbst leidenschaftlicher Radfahrer. Doch ich habe ein Problem damit, wenn Parkplätze und Ladezonen ohne alternative Lösungen ersatzlos gestrichen werden. Denn es benötigt weiterhin dringend Ladezonen für Händler, Handwerker, Gastronomen und Hotelliers. Ein Parkleitsystem auf digitaler Basis könnte den Verkehrsfluss steuern und Kunden zu Tiefgaragenplätzen lenken. Auch Stauinfos oder Eventankündigungen könnten in dieses System eingebunden werden.“

Innsbruck braucht Aufenthaltsqualität

Der analoge Handel ist ein zu bewahrendes Gut. Doch es braucht nicht nur gut überlegte Verkehrslösungen, um die Kunden aus dem Umland in die Stadt zu bringen. Innsbruck braucht einen Mehrwert, um die Menschen zum stationären Einkaufen zu bewegen und die Wertschöpfung nicht im Internet liegen zu lassen. „Innsbruck braucht Aufenthaltsqualität – für Mensch und Wirtschaft“, bringt es Stefan Gleinser auf den Punkt. „Unsere Straßen in der Innenstadt müssen zum Verweilen einladen, so schaffen wir ein konsumfreundliches Umfeld und verhindern das Abwandern von Unternehmen. Hier braucht es dringend Projekte mit Mut und professionellem Ansatz, diese vermisse ich in letzter Zeit jedoch oft.“

Denn wenn Geschäfte und Dienstleister eine Straße erst einmal verlassen haben, dann vereinsamt meist die gesamte Gegend. Zahlreiche Leerstände sind die Folge. Die Zeiten für den heimischen Einzelhandel sind sehr herausfordernd. Sichtbare Zeichen dafür sind die sich mehrenden freien Geschäftsflächen. Die gegenwärtige Pandemie hat diesen Prozess beschleunigt. „Dieser Entwicklung gilt es sehr zeitnah mit großer Entschlossenheit entgegenzuwirken“, appelliert Helmut Reichholf und nennt bereits erste Schritte: „Die verfügbaren Flächen müssten erhoben werden, alle Beteiligten sollten sich an einem ,runden Tisch‘ einfinden, die Finanzierung könnte teils von privaten Unternehmen teils von der Öffentlichen Hand gestützt werden.“ Nicht zuletzt ersucht Reichholf alle Vermieter, die Mietkosten an die gegenwärtige Situation anzupassen. Damit werden sowohl die Mieter unterstützt als auch die Vielfalt des heimischen Einzelhandels gesichert.

Auch Winfried Vescoli wünscht sich dringend mehr Planbarkeit für Unternehmer im Bezug auf die Mieten. „Die Stadt kann sehr wohl bei der IIG Einfluss nehmen, dass die Mieten der Unternehmer ein Jahr lang um mindestens 50 Prozent reduziert werden. Dazu müsste auch der Bürgermeister ein klares Bekenntnis äußern. Schon bald bekommen wir einen schönen Boznerplatz, doch bis dahin sind womöglich alle Unternehmer in der Umgebung weg. Unternehmer, welche auch eine große Verantwortung für ihre Mitarbeiter tragen.