WK-Präsident Christoph Walser
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Kommentar

Testen, testen, testen

WK-Präsident Christoph Walser
© WK Tirol/Frischauf

„Österreich gehört bei den Tests zu den drei weltweit führenden Ländern“, unterstreicht Christoph Walser.

KOMMENTAR

Wer Anfang des Jahres gedacht hatte, das Gröbste sei vorüber, wurde leider eines Besseren belehrt. Das hat schon mit der Vorfreude auf die Impfstoffe begonnen, bei denen es seit Wochen heißt: Bitte warten. Das Auftauchen der Südafrikanischen Mutation brachte einen weiteren Rückschlag.

Und jede Menge Turbulenzen, die wir uns gerne erspart hätten. Tirol hat mit einem ganzen Maßnahmenpaket auf diese Herausforderung reagiert. Dass Bayern trotzdem bei den Berufspendlern völlig unnötige und hochbürokratische Bremsen einzieht, ist längst nicht mehr angemessen. Das sieht auch die Europäische Kommission so.

Gänzlich unverständlich ist es, dass mit zweierlei Maß gemessen wird: Gegenüber dem kleinen Tirol wird die Grenze dicht gemacht, bei weitaus höher belasteten Regionen im großen Frankreich verlässt Deutschland jedoch der Mut. Das ist reine Willkür, gegen die ich in den letzten Tagen deutlich Stellung bezogen habe.

WK-Präsident Christoph Walser

Ich stehe voll hinter dem Tiroler, aber auch hinter dem österreichischen Weg. Ein Lichtblick ist, dass der Lockdown für den Handel und die persönlichen Dienstleister in Österreich – und aufgrund unserer klaren Forderungen auch in Tirol – beendet wurde. Aber nicht einfach so, sondern mit einer entscheidenden Begleitmaßnahme: Testen, testen, testen. Österreich testet mittlerweile rund zehn Mal so viel wie Deutschland und gehört in diesem Bereich mit der Slowakei und Zypern weltweit zu den drei führenden Ländern.

Die in den letzten Tagen ansteigenden Inzidenzzahlen müssen auch in diesem Licht betrachtet werden. Wer intensiv testet und überdurchschnittlich viele Sequenzierungen durchführt, verzeichnet schon alleine deswegen mehr Fälle. Daher muss die Zahl der Testungen in die Beurteilung der Inzidenz einfließen. Bislang geschieht das allerdings nicht. Das darf nicht dazu führen, die überfälligen Öffnungsschritte für Gastronomie, Hotellerie und die Veranstaltungsbranche bis Ostern hinauszuzögern.

Die Wirtschaftskammer unterstützt seit Beginn der Corona-Krise die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Dazu gehören unter anderem die Aufrufe an die Betriebe zur lückenlosen Einhaltung der Corona-Maßnahmen, die laufende Information unserer Mitglieder über aktuelle Bestimmungen, die Präventions- und Sicherheitskonzepte in den Unternehmen, der Ausbau unserer Screening-Stationen und die Hilfestellung für Betriebe bei der Akkreditierung als Impfstelle.

Wir müssen die kommenden Wochen mit Augenmaß und Hausverstand durchstehen und eine Balance zwischen verträglichen Inzidenzzahlen und verantwortungsvollen Öffnungsschritten finden. Das wird uns gelingen – wenn jeder Einzelne seinen Beitrag dafür leistet.

E christoph.walser@wktirol.at

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