Hubert Troppmair plant eine gutvorbereitete Übergabe des Unternehmens an seine beiden Söhne Hubert jun. (l.) und Josef (r.).
Alles Unternehmen

Mit dem passenden Fahrzeug ist alles möglich

Hubert Troppmair plant eine gutvorbereitete Übergabe des Unternehmens an seine beiden Söhne Hubert jun. (l.) und Josef (r.).
© Katja Zanella-Kux

Vor 40 Jahren stand der Fernverkehr im Fokus, mittlerweile hat sich das Einsatzgebiet von HTS Transporte geändert. Sondertransporte für heimische Unternehmen stehen nun am Tagesprogramm.

Ab dem Jahr 1928 beförderte Felix Troppmair, Gründer der heutigen HTS Transporte GmbH, ausgestattet mit Ochsen- und Pferdegespanne Güter aller Art durch Tirol. Im Laufe der Zeit wurden die Transportmittel sowohl besser als auch größer und der Familienbetrieb rasant erweitert. Seit 1978 leitet Hubert Troppmair in dritter Generation das Unternehmen. „Ich bin bereits in jungen Jahren ins kalte Wasser gesprungen und habe die Geschäftsführung übernommen. Mehr als ein Jahrzehnt war ich selbst im Fernverkehr zwischen Deutschland und Italien unterwegs – Tirol war seinerzeit der ideale Ausgangspunkt dafür“, erzählt der gelernte Speditionskaufmann.

Mitte der 80er-Jahre ist der Fernverkehr deutlich weniger geworden und der Nahverkehr blühte erneut auf. „Wir haben auf die Zeichen der Zeit reagiert, sind mit den umliegenden Firmen wieder mehr in Kontakt getreten und konnten zahlreiche Aufträge in Tirol, Bayern sowie Südtirol lukrieren“, so Troppmair. Im Bereich des Güterbeförderungsgewerbes hat sich HTS bald auf den Schwerpunkt Spezialtransporte fokussiert. Beförderungen für Auftraggeber aus der Baubranche, der Holzindustrie, des Maschinenbaus sowie aus der Speditionsbranche stehen im Zentrum des täglichen Geschehens.

HTS Transporte stellt sich Herausforderungen

Aktuell zählt die Flotte der HTS GmbH 30 Lkw. Die Hälfte davon sind mit Kränen ausgestattet, die restlichen Sattelfahrzeuge stammen aus dem Sondertransportbereich. „Alles was lang, breit und hoch ist, wird von uns transportiert. Mit dem passenden Fahrzeug – beispielsweise einem geländegängigen Allradfahrzeug oder einem teleskopierbaren Sattelauflieger mit zwei oder drei gelenkten Achsen – ist alles möglich, auch Lieferungen auf bis zu 3.000 Meter Seehöhe.

Ein Beispiel für eine besondere Herausforderung waren die Transporte auf den Hintertuxer Gletscher. Bei der Anlieferung der verschiedenen Bauteile und Elemente mussten die Lkw teilweise längere Rückwärtsfahrten vollbringen, da die Spitzkehren anders nicht bewältigt werden konnten. Diese Fahrten dauerten durchschnittlich eine Stunde, in der das Können und die Konzentration der Fahrer und des Begleitpersonals auf das Höchste gefordert waren. „Es gibt keine konkrete Ausbildung, unsere Mitarbeiter eignen sich die Kenntnisse für solche Sonderzustellungen in der Praxis an. Unser Team besteht durchwegs aus Experten, um speziell bei Zustellungen am Berg, heikle Situationen zu meistern.“

HTS Transporte Flotte
Der HTS-Fuhrpark in Stans in Tirol verfügt über eine breite Palette an Spezialfahrzeugen, mit denen verschiedenste Güter aller Art be- und entladen werden können.
© Katja Zanella-Kux

Da in den vergangenen Jahren zusätzlich noch die Segmente Lagerung und Umschlag dazugekommen sind, war der Bau einer frostsicheren Lagerhalle mit 750 m2 gedeckter Fläche und einem Hallenkran mit 25 Tonnen Tragfähigkeit, ein markanter Meilenstein. Neueste Errungenschaft ist ein nigelnagelneuer Turmdrehkran. „Dieses Angebot war immer als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu den in Tirol vorhandenen Speditionslagern gedacht. Inzwischen hat sich diese vorausschauende Überlegung als richtig erwiesen, da das Angebot gerne von den Speditionen angenommen wird. Diverse Maschinen, Anlagenkomponenten oder Stahlwaren werden bei uns zwischengelagert und so stark nachgefragt, dass zum dritten Mal eine Erweiterung der Hallen notwendig ist“, resümiert Troppmair, der nach wie vor ab und zu als Fahrer aushilft, wenn Not am Mann ist.

„Es bringt Abwechslung in meinen Büroalltag, bevor ich mein Feld als Geschäftsführer endgültig räume“, spricht Troppmair die spruchreifen Zukunftspläne an. Bereits 2018 sind Hubert Troppmairs Brüder Heinz, Thomas und Klaus als Gesellschafter zurückgetreten, bleiben dem Unternehmen mit ihrer Erfahrung derzeit aber noch erhalten. Zeitgleich ist die nächste Generation ins Unternehmen eingestiegen, Hubert und Josef, die Söhne des aktuellen Geschäftsführers, eignen sich gerade das Wissen der unterschiedlichen Unternehmensbereiche von der Werkstatt über die Disposition an und gestalten aktiv die künftige Weiterführung des Familienbetriebes.

Weitere Informationen: HTS Transporte

HTS Transporte
Eines von zahlreichen Highlights: Die Lieferung von Betonfertigteilen auf über 2.500 Meter Seehöhe.
© HTS Transporte