Michael Venier mit einem Kamerateam beim Filmdreh auf einem See
Alles Unternehmen

Kamera läuft, und Action!

Für die #lieblingsplatz Kampagne des Landestheaters wagte sich Michael Venier aufs Tretboot.
© Andrea Leichtfried/Tiroler Landestheater

Michael Venier ist Filmemacher und Creative Director in Innsbruck. Im März 2020 musste er sich wegen Corona breiter aufstellen und gründete mit Kollegen das Start-up VirtRegio.

Michael Venier hatte schon immer ein Faible für schöne Dinge und visuelle Geschichten. Und doch ist sein Lebenslauf kein typischer für einen Filmemacher: Er begann mit einer Lehre als Platten- und Fliesenleger. „Nach dem Bundesheer habe ich diese Tätigkeit auch als Geselle und Lehrlingsausbilder zwei Jahre lang fortgeführt. Dann entschloss ich mich, am WIFI die Berufsreifeprüfung zu machen. Ich wollte immer verstehen, was in Gesellschaft und Politik vor sich geht. Daher habe ich angefangen, Politikwissenschaften zu studieren“, blickt Michael Venier zurück.

Der Grundstein für seine heutige berufliche Tätigkeit wurde während des Studiums gelegt: „Ich habe angefangen, mit Filmschaffenden und Fotografen zusammenzuarbeiten. Mein Cousin Martin Venier ist ebenfalls Filmemacher, mit ihm gemeinsam habe ich zu filmen begonnen. Daraus hat sich bei mir eine Leidenschaft entwickelt, die ich durch Gelegenheitsjobs und kreative Projekte ständig neben meinem Studium praktiziert habe. Und durch diese Leidenschaft entschied ich mich dazu, mich im Videobereich zu professionalisieren und selbstständig zu machen“, sagt Venier. Nach dem Master in „Europäische und Internationale Politik“ war es dann endgültig soweit: Michael Venier startete als Einzelunternehmer in der Filmbranche voll durch.

Die Leistungen des Creative Directors sind breit gefächert: Von der Konzeption, dem Schreiben von Storyboards, der gesamten Koordination bis hin zu Regie und zum Filmdreh selbst liegt alles in den Händen von Venier.

Porträtfoto Michael Venier
Michael Venier

Ein Wendepunkt kam für den Filmemacher im März 2020. „Durch Corona habe ich gemerkt, wie verwundbar ich als Einzelunternehmer bin“, weiß Venier zu berichten und erzählt weiter: „Während des ersten Lockdowns musste ich unternehmerisch reagieren, meine Fähigkeiten ausbauen und an die Rahmenbedingungen anpassen. Gemeinsam mit Johannes Tilg aus Landeck und Patrick Skalitzky aus Niederösterreich habe ich das Start-up VirtRegio gegründet. VirtRegio ist eine Plattform, welche Bewusstsein für regionalen Konsum schaffen soll. Unternehmen können sich dort in Form eines virtuellen Rundgangs präsentieren und Produkte oder Dienstleistungen online anbieten. „Durch die virtuellen Rundgänge und visuelles Storytelling wollen wir stationäre Betriebe in den Regionen und die Menschen dahinter sichtbar machen und im Wettbewerb gegen globale Internetkonzerne unterstützen“, unterstreicht Venier.

Mehrere Standbeine

Eng verknüpft damit ist auch die Kreativagentur VirtKreativ, in der Venier seine Fähigkeiten als Creative Director ausleben und zusammen mit kreativen Köpfen umsetzen kann. Corporate Design, Website-Erstellung, Kampagnenkonzepte und Imagefilme gehören zum Leistungsportfolio der Agentur.

Das Team von VirtRegio
Das Team von VirtRegio: Eva Rodenbusch-Mohr, Patrick Skalitzky, Johannes Tilg, Michael Venier und Hannah Moser (v.l.)
© Venier

Und last but not least hat sich Michael Venier vor Kurzem ein drittes Standbein aufgebaut: Seit Herbst 2020 ist er Teil der Filmbase Tirol. „Die Filmbase ist ein Co-Working-Space mit dem Fokus auf Film und Medien. Ein kreatives Zentrum, in dem wir in Zukunft besonders mit dem kreativland.tirol zusammenarbeiten wollen, um Tirol als kreatives Land voranzutreiben. Wir wollen ein weltoffenes Tirol mit frischen Ideen repräsentieren, genau das möchte ich auch als Funktionär. Das passt wie die Faust aufs Auge“, ist Venier überzeugt.

Ziel der Filmbase ist es, einen Filmstandort in Tirol zu schaffen, der alle Felder aus einer Hand bedienen kann: vom kreativen Konzept und dem Entstehungsprozess, über die lokale moderne Produktion mit (berg)affinen Profis (Produzenten, Kameramännern, Fotografen, Regisseuren, Tonmeistern, Drohnenpiloten, Location Managern, Bergführern, Aufnahmeleitern etc.), über die Postproduktion bis hin zur professionellen Vermarktung. Die kreativen Köpfe der Filmbase haben das alte Bürogebäude des Autohaus Linser in der Haller Straße komplett umgekrempelt.

Von außen würde man nie vermuten, welch kreatives Potenzial hinter den so unscheinbar wirkenden Mauern liegt. Im Inneren befinden sich auf 450 m2 neue Büroflächen für die Tiroler Unternehmen Lensecape Productions, Fancy Tree Films, Schnittraum Tirol, Film Kabinett, THNC und Charly Schwarz Photography. Geschäftiges Treiben, zur Zeit mit Maske und etwas mehr Abstand, gehört dort zum Arbeitsalltag. Und das ist gut so, denn das Team der Filmbase hat ja noch viel vor.

Weitere Informationen: Michael Venier, VirtRegio, VirtKreativ

Porträtfoto Michael Venier für Factbox
WK Tirol/Die Fotografen
Funktionärssteckbrief Michael Venier
Porträtfoto Michael Venier für Factbox
WK Tirol/Die Fotografen

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionär zu werden?

Meiner Meinung nach ist eine Unternehmensgründung in Österreich zu teuer und zu bürokratisch. Hier müssen dringend Hürden abgebaut werden. An diesem Prozess möchte ich mich beteiligen. Gemeinsam mit den anderen
Funktionären möchte ich etwas voranbringen und bessere Rahmenbedingungen für Film- und Musikschaffende sowie branchennahe Unternehmen schaffen.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Ich bin stolz darauf, dass ich Unternehmerinnen und Unternehmer aus meiner Branche unterstützen darf. Dafür nehme ich jeglichen Input, den ich bekomme, ernst und trage diese Anliegen und Bedürfnisse mit in den Dialog, um den bestmöglichen Output zu erreichen. Besonders freut es mich, als Funktionär in der Filmbase Tirol zusammen mit anderen EPU aus der Filmbranche zusammenarbeiten zu dürfen.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionär?

Ein Problem von EPU ist die schlechte Absicherung im Schadensfall. Ich kenne nur wenige aus meiner Branche, die eine passende Haftpflichtversicherung haben und vor Unfällen und Fremdschäden geschützt sind. Da ein EPU privat haftet, können hier Schäden in Millionenhöhe entstehen. Deswegen möchte ich mich für eine kollektive Haftpflichtversicherung einsetzen.

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