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Jetzt braucht es Planungssicherheit

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Sämtliche Fraktionen in der WK Tirol begrüßen die beschlossenen Öffnungsschritte ab dem 8. Februar. Jetzt braucht es Perspektiven für die noch im Lockdown befindlichen Branchen.

Für die Vertreter der Tiroler Wirtschaft sind die Öffnungen im Handel und den körpernahen Dienstleistern ab kommender Woche ein wichtiges Signal. „Der Anteil der Infektionen mit Wirtschaftsbezug ist äußerst gering – daher sind die Lockerungen unter den beschlossenen strengen Sicherheitsmaßnahmen absolut gerechtfertigt“, betont WK-Präsident Christoph Walser. Die Betriebe verfügen über umfassende Präventionskonzepte, die größtmögliche Sicherheit für die Kundinnen und Kunden gewährleisten.

Klare Ansagen für noch geschlossene Branchen

In einem weiteren Schritt muss es jetzt darum gehen, auch anderen Branchen mit klaren Ansagen eine Perspektive zu geben. Die Betriebe haben lange Vorlaufzeiten und brauchen Planungssicherheit. „Besonders für die Gastronomie, die Hotellerie und die Veranstaltungsbranche muss das weitere Szenario so rasch wie möglich skizziert werden“, erklärt Wirtschaftsbund-Obmann Franz Hörl.

Dies unterstreicht auch der Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft, Winfried Vescoli: „Die Gastlokale und Kaffeehäuser müssen unbedingt so rasch wie möglich aufmachen, es geht auch um die Psychologie der Menschen. Wir brauchen die Kommunikationszentren in unseren Gemeinden und Städten“, so Vescoli. Michael Carli, der Sprecher der Grünen Wirtschaft Tirol, fordert ebenfalls, dass auf die in ihrer Existenz bedrohten Tourismus- und Gastronomiebetriebe nicht vergessen werden darf. Und der Landessprecher weiter: „Viel zu wenig wird an die Kulturbetriebe gedacht, die es für ein funktionierendes Zusammenleben nach der Pandemie ebenso dringend braucht. Mit einer entschlossenen Impfstrategie sollte auch diesen Betrieben eine baldige Öffnung möglich sein“, so Carli.

Winfried Vescoli, Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft
Winfried Vescoli, Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft

Effektive und unbürokratische Unterstützungen

Einen großen Stellenwert nehmen in dieser kritischen Situation die Unterstützungen für die heimischen Betriebe ein. „Die Hilfen müssen zeitnah bei den Unternehmen ankommen und unbürokratisch zu beantragen sein“, fordert der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Tirol, Michael Kirchmair. „Den Unternehmerinnen und Unternehmern steht das Wasser bis zum Hals. Die Versprechen der Bundesregierung müssen eingelöst werden, Liquidität muss fließen, ansonsten droht 2021 eine Pleitewelle unvorstellbaren Ausmaßes“, warnt der Landessprecher der UNOS, Stefan Gleinser.

Besonders positiv für die Konjunktur bewertet Spartenobmann Max Kloger für die Liste der Tiroler Industrie die Investitionsprämie, die sich als zentrales Instrument für den wirtschaftlichen Aufholprozess erweisen wird. Die heimischen Banken und Versicherungen sehen sich in diesem Zusammenhang als Teil der Lösung. „Wir unterstützen die Wirtschaft in ihren Forderungen und stehen als Partner bei der Abwicklung der Corona-Hilfen zur Verfügung“, betont Hans Unterdorfer für die Tiroler Banken und Versicherungen.

Spartenobmann Hans Unterdorfer
Spartenobmann Hans Unterdorfer

Einbindung der Betriebe in die Test- und Impfstrategie

Aktuell bereiten sich viele Unternehmen auf die betrieblichen Test- und Impfmöglichkeiten vor. Die WK Tirol fordert die Bundesregierung auf, die Unternehmen rasch in die Test- und Impfstrategie des Bundes einzubinden.

Das ist auch das zentrale Anliegen der Industrie, erklärt Spartenobmann Max Kloger: „Es gilt, möglichst schnell viele Menschen in Österreich zu impfen und dadurch bald wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren und den Geschäften grenzüberschreitend wieder nachgehen zu können. Schlüsselkräfte, die beruflich in das Ausland reisen müssen, sollten in der Impfstrategie vorgereiht werden.“