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Friseure, Kosmetiker & Co: Vorfreude trotz offener Fragen

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Landesinnungsmeister Clemens Happ und Landesinnungsmeisterin Astrid Westerthaler sehen ihre Branchen für die Öffnung gut gerüstet, fordern aber von der Politik mehr Klarheit ein.

Ab Montag können köpernahe Dienstleister wie beispielsweise Friseure, Kosmetiker, Fußpfleger oder Masseure endlich wieder Kunden in ihren Geschäften bedienen. Dass sie dabei strenge Hygiene- und Sicherheitsauflagen einhalten müssen, sieht der Landesinnungsmeister der Tiroler Friseure, Clemens Happ, relativ gelassen: „Die diesbezüglichen Standards sind in unseren Branchen immer schon sehr hoch gewesen. Insofern können wir auch gewährleisten, dass die verschärften Maßnahmen umgesetzt werden und sich unsere Kunden in guten, sicheren Händen befinden.“

Der Innungsmeister macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass sich mobile Friseure genauso an die strengen Regeln halten müssen, wie ihre niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen – andernfalls drohen empfindliche Strafen.

Clemens Happ, Landesinnungsmeister der Tiroler Friseure
Clemens Happ, Landesinnungsmeister der Tiroler Friseure

Kopfzerbrechen macht Happ die Tatsache, dass Kunden nur bedient werden dürfen, wenn sie einen Eintrittstest, also einen offiziellen Test mit Bestätigung vorweisen können – es sei denn, sie sind jünger als zehn Jahre oder können einen Antikörpernachweis erbringen. Ein großes Problem dabei ist, dass solche Eintrittstests derzeit lediglich bei den offiziellen Teststraßen des Landes und niedergelassenen Ärzten, die auf tiroltestet.at gelistet sind, kostenfrei gemacht werden können.

„Da muss sich das Angebot deutlich verbessern. Die Eintrittstestungen, die ja nicht älter als 48 Stunden sein dürfen, müssen schnell, unkompliziert und gratis zu bekommen sein. Dafür wird es notwendig sein, dass die öffentlichen Teststraßen flächendeckend ausgebaut werden“, stellt Happ eine klare Forderung an die Politik.

Regelungen noch zu unkonkret

Auch Astrid Westerthaler, Landesinnungsmeisterin der Tiroler Kosmetiker, Fußpfleger und Masseure, nimmt die Politik in die Pflicht. Sie bemängelt, dass die Regelungen rund um das Eintrittstesten noch viel zu wenig konkret sind: „ Wir können und wollen nicht die Verantwortung für die Testungen der Kunden übernehmen. Aktuell lässt die gesetzliche Grundlage einfach zu viel offen. Wie schaut es etwa mit dem Datenschutz aus? Welche Rechte und Pflichten hat man bei der Kontrolle der Bestätigungen? Oder wer haftet bei gefälschten Tests oder Bestätigungen? Auf diese und viele andere Fragen brauchen wir schnell Antworten, damit wir Planungs- und Rechtssicherheit haben.“

Astrid Westerthaler, Landesinnungsmeisterin der Tiroler Kosmetiker, Fußpfleger und Masseure
Astrid Westerthaler, Landesinnungsmeisterin der Tiroler Kosmetiker, Fußpfleger und Masseure

Wenn das Angebot deutlich ausgebaut wird und alle rechtlichen Aspekte geklärt sind, sehen Happ und Westerthaler im Eintrittstesten durchaus einen wichtigen Schritt hin zu mehr Normalität: „Das ist jetzt ein wegweisendes Pilotprojekt – der erste Anwendungsfall der Öffnungsschritte möglich macht und damit auch Arbeitsplätze sichert. Wenn es bei uns körpernahen Dienstleistern gut funktioniert, dann gibt es auch eine Perspektive für andere Bereiche wie die Gastronomie, die Hotels oder die Veranstalter. Das heißt, es müssen jetzt alle gemeinsam zusammenhelfen, dass es so gut wie möglich funktioniert.“

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