Öffnung Handel
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Lockerungen: erste Schritte in die richtige Richtung

Die eingeforderten und angekündigten Lockerungen im Handel und bei den persönlichen Dienstleistern sind ein wichtiges Signal für die Wirtschaft.
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Die niederen Infektionszahlen im Wirtschaftsbereich sind für die Öffnung von Handel und Dienstleistern ab 8. Februar ausschlaggebend. Die Betriebe sind auf einen sicheren Neustart vorbereitet.

Die Tiroler Unternehmen haben in den letzten Monaten einen maßgeblichen und für viele von ihnen existenzbedrohenden Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet. „Die von uns eingeforderten und nun beschlossenen Öffnungsschritte im Handel und bei den persönlichen Dienstleistern sind ein wichtiges Signal für den Neustart. Gleichzeitig können sie nur der erste Schritt sein, denn noch sind zahlreiche Branchen im Lockdown“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Die Öffnung ist überfällig und basiert auf klaren Fakten: Nur ein verschwindend kleiner Teil der Infektionen ist auf den Wirtschaftsbereich zurückzuführen. Laut Untersuchungen der Ages erfolgen aktuell nur 1,6 Prozent der Infektionen am Arbeitsplatz, selbst vor dem Lockdown waren es nur 4,3 Prozent. Diese österreichweiten Daten korrespondieren mit den Erhebungen in Tirol.

Für Existenzen entscheidend

„Der Anteil der Infektionen mit Wirtschaftsbezug ist äußerst gering – daher sind die Lockerungen unter den beschlossenen strengen Sicherheitsmaßnahmen absolut gerechtfertigt“, betont Walser. Die Öffnungsschritte im Handel und bei den körpernahen Dienstleistern sind sowohl psychologisch als auch wirtschaftlich für tausende Existenzen in unserem Land entscheidend.

Richtig und wichtig ist für den Präsidenten auch die Rückkehr der Schulen zu einem teilweisen Präsenzbetrieb. „Wir verfügen mit den Testungen mittlerweile über ein Instrument, das diesen Schritt möglich macht und so dazu beiträgt, die Corona-bedingten Bildungsdefizite in Grenzen zu halten“, so der WK-Präsident.

Spartenobmann Dieter Unterberger
Spartenobmann Dieter Unterberger

Die Unternehmen haben seit Beginn der Pandemie sehr vieles richtig gemacht. „Es wurden Präventions- und Sicherheitskonzepte entwickelt und umgesetzt, die sich nicht nur im Handel, sondern im letzten Sommer auch in der Gastronomie und der Hotellerie bestens bewährt haben. Im Handel werden Abstände eingehalten und Masken verteilt, die Dienstleister setzen auf Eintrittstests“, zählt Walser auf.

Für den Obmann der Sparte Handel, Dieter Unterberger, kommt der Startschuss für das Aufsperren am 8. Februar keine Sekunde zu früh. „Jeder Tag mit geschlossenen Geschäften führt dazu, dass mehr und mehr Konsumenten auf den Onlinehandel ausweichen – leider oft nicht auf die Webshops heimischer Anbieter, sondern auf die Plattformen internationaler Onlinegiganten.“ Die kontrollierte und sichere Öffnung der Geschäfte stoppt nun diesen Abfluss an Kaufkraft und Steuerleistung und macht den Platz frei für regionale Einkäufe, gibt sich Unterberger erleichtert.

Fahrplan für weitere Öffnungsschritte

Aktuell bereiten sich viele Unternehmen auf die betrieblichen Test- und Impfmöglichkeiten vor. In diesem Zusammenhang fordert Walser die Bundesregierung auf, „die Unternehmen rasch in die Test- und Impfstrategie des Bundes einzubinden“. Darüber hinaus fordert Walser den für Ende Februar versprochenen Fahrplan für die weiteren Öffnungsschritte in der Gastronomie, der Hotellerie, den Freizeitbetrieben oder den Veranstaltern ein: „Die Branchen haben lange Vorlaufzeiten und brauchen Planungssicherheit und eine klare Öffnungsperspektive.“

Diese Feststellung unterstreicht auch der Obmann der Sparte Tourismus, Mario Gerber, und drängt auf einen bundeseinheitlichen Test- und Impfpass, um beim Neustart des Tourismus möglichste Sicherheit gewährleisten zu können. Der Spartenobmann betont die enge Verflechtung von Handels- und Gastronomiebetrieben und ist überzeugt, dass die Gastronomie mit ihren Präventionskonzepten ein sicheres Öffnen ermöglichen kann. „Wir haben auch eine Verpflichtung gegenüber der Bevölkerung und möchten diese wahrnehmen“, betont Gerber und gibt zu bedenken, dass ansonsten auf den privaten Bereich ausgewichen wird – „aber ohne Covid-Konzepte und mit den entsprechenden Folgen.“

Diese Warnung des Tourismus-Obmannes führt geradewegs zu dem für die kommenden Wochen entscheidenden Punkt: „Es liegt jetzt an uns allen, dieses zurückerlangte Stück Freiheit auf längere Zeit zu sichern. Die Öffnungen werden so lange halten, wie die Corona-Regeln – Abstand, Desinfektion, Maske – eingehalten werden. Sonst finden wir uns schneller in einem strengen Lockdown wieder, als uns allen recht ist“, appelliert Walser an die Eigenverantwortung.