Innovationskraft ist der Schlüsselfaktor

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Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf unterstreicht die Bedeutung von Förderungen als wichtige wirtschaftspolitische Impulse.
Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf unterstreicht die Bedeutung von Förderungen als wichtige wirtschaftspolitische Impulse.
© Axel Springer

Die vielschichtigen Wirtschaftsförderungen des Landes Tirol sind eine verlässliche Stütze der heimischen Wirtschaft. Im Interview erklärt Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf den Wert der Impulse.

INTERVIEW

wirtschaft.tirol: Welche Corona-Förderungen des Landes Tirol waren bzw. sind Ihrer Erfahrung nach besonders treffsicher?

Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf: Ich bekomme zahlreiche Rückmeldungen, die mir bestätigen, dass sowohl bereits bewährte Wirtschaftsförderungen als auch die speziellen Corona-Unterstützungen sehr treffsicher sind. Mir ist wichtig, dass wir die heimische Wirtschaft seitens des Landes unterstützen, wo es nur geht. Mit dem Konjunkturbonus beim Impulspaket und der Kleinunternehmerförderung haben wir beispielsweise den bisherigen Fördersatz auf 10 Prozent der geförderten Kosten verdoppelt.

Bei den neu geschaffenen COVID-19 Soforthilfemaßnahmen werden die Zinsenzuschüsse zu den aws/ÖHT Überbrückungskrediten mit über 1.500 Ansuchen und 9,5 Millionen Euro an genehmigten Unterstützungen, die Homeoffice Förderung mit 1.270 Ansuchen und 946.000 Euro an genehmigten Unterstützungen und die im September gestartete Wachstumsoffensive für Kleinstbetriebe mit 340 Ansuchen und genehmigten 426.000 Euro besonders gut angenommen. Auch die Tiroler Beratungsförderung als gemeinsame Aktion von Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol wird derzeit mit über 5.000 Covid-bedingten Ansuchen und 1,6 Millionen Euro an genehmigter Unterstützung stark nachgefragt.

Ende Dezember 2020 hat das Land Tirol die Partnerschaft mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) verlängert. Wie wichtig sind derart die Innovationskraft befeuernde Impulse in Zeiten der Krise?

Die Innovationskraft der heimischen Wirtschaft ist aus meiner Sicht ein Schlüsselfaktor, um die Krise nachhaltig zu bewältigen. Ein Fokus meiner Arbeit als Wirtschaftslandesrätin liegt darauf, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Innovation möglich wird. Der Standort Tirol kann heute mit einer erfolgreichen Zusammenarbeit und engen Verzahnung von innovativen Unternehmen und exzellenten Forscherinnen und Forschern an den Hochschulen punkten – das zeigen auch die Forschungsförderungen, die nach Tirol fließen. 2019 bekam Tirol zuletzt 39,7 Millionen Euro an Forschungs- und Innovationsfördermitteln der FFG und damit um 35 Prozent mehr als noch 2018.

Wir forcieren die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gezielt und nachhaltig. Über die landeseigene Standortagentur Tirol unterstützen und begleiten wir die heimischen Betriebe bei ihren Entwicklungs- und Innovationsvorhaben und bringen sie mit den geeigneten Partnern aus Wissenschaft und Forschung zusammen. Jeder Betrieb erhält eine individuelle, professionelle Beratung, das ist mir sehr wichtig.

Die Innovationsfähigkeit ist letztlich ausschlaggebend dafür, dass hochwertige Arbeitsplätze neu entstehen können oder bestehende Arbeitsplätze abgesichert werden. Die Innovationskraft der Tiroler Betriebe ist im Übrigen auch in dieser Krise beeindruckend! Beispielsweise wurden neue Desinfektionsverfahren entwickelt oder Produktionen von zertifiziertem Schutzmaterial in kurzer Zeit hochgefahren. Seitens des Landes haben wir dabei einige Projekte unterstützt und begleitet.

Der Digitalisierung im Allgemeinen und dem Breitbandausbau im Speziellen kommt seit Beginn der Pandemie ein noch höherer Stellenwert zu. Wo steht Tirol und welche Ziele haben Sie sich diesbezüglich gesteckt?

Als ich meinen Job als Landesrätin im Jahr 2008 begonnen habe, standen wir beim Breitbandausbau noch ganz am Anfang. Heute haben wir bereits 200 Gemeinden und Planungsverbände, die ihr eigenes Glasfasernetz mit Unterstützung des Landes realisieren. Der Breitbandausbau ist vor allem für den Wirtschaftsstandort von zentraler Bedeutung. Es ist mir wichtig, dass wir unsere heimischen Unternehmen an das beste Netz anschließen, insbesondere im ländlichen Raum.

Durch den flächendeckenden Glasfaserausbau bekämpfen wir Jobabbau, Landflucht, die Abwanderung von Betrieben und sichern die Wettbewerbsfähigkeit. Die Digitalisierung ist mir insgesamt ein großes Anliegen und eine der entscheidenden Fragen, wenn es um die wirtschaftliche Zukunft geht. Bis 2023 werden insgesamt 150 Millionen Euro allein an Landesgeldern in die Digitalisierung investiert. Derzeit ist die Digitalisierungsoffensive 2018 – 2022 am Laufen, die unter anderem die Tiroler Wirtschaft dabei unterstützt, das digitale Rüstzeug zu erwerben, um im internationalen Wettbewerb vorne mitspielen zu können – das ist unsere Zielsetzung.

Auf der zentralen Plattform www.digital.tirol haben wir gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Tirol, der Industriellenvereinigung Tirol und der Lebensraum Tirol Holding alle wissenswerten Informationen zum Thema Digitalisierung gebündelt. Die Digitalisierungsförderungen des Landes werden von den Betrieben gut und gerne angenommen.

Weitere Informationen: Aktuelle Unterstützungsleistungen vom Land Tirol und vom Bund

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