Das Tiroler Gewerbe und Handwerk steht für Vielfalt ebenso wie für Qualitätsarbeit.
Das Tiroler Gewerbe und Handwerk steht für Vielfalt ebenso wie für Qualitätsarbeit.
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Mit Meister-Leistungen aus der Krise kommen

Das Tiroler Gewerbe und Handwerk steht für Vielfalt ebenso wie für Qualitätsarbeit.
© WK Tirol/Christian Vorhofer

Spartenobmann Franz Jirka erklärt im Interview, warum Meister und Qualität untrennbar miteinander verbunden sind und wie sich der Meisterbrief auf Nachhaltigkeit auswirkt.

Interview

wirtschaft.tirol: Wie wirkt sich Corona auf die neuen Meister aus?
Franz Jirka: Die Corona-Zeit besteht mehr aus Ausnahmen als aus Regeln. So war es alljährlich eine besondere Ehre, im Rahmen von zwei großen Galaabenden im Mai und im November die neuen Meisterinnen und Meister der Sparte Gewerbe und Handwerk hochleben zu lassen. Im Jahr 2020 war alles anders. Damit musste auch dieser besondere Fixpunkt für die Sparte ausnahmsweise ohne echte Bühne auskommen. Auch wenn die große Feier Corona-bedingt ausfiel, schmälert das nicht die Wertschätzung gegenüber den neuen Meistern. Diese dürfen endlich ihren Meisterbrief in Händen halten, auch wenn die Befähigungsurkunden aufgrund der Pandemie heuer nicht persönlich, sondern per Post übergeben wurden.

Welche Bedeutung hat die Meisterprüfung?
Mit dem Bestehen der Meisterprüfung nehmen die frischgebackenen Meister einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft ein. Das ist ihnen bewusst und fließt in ihr tägliches Arbeits­leben mit ein. Sie können auf ihre Leistung stolz sein. Und auf ihr persönliches Umfeld, das ihnen gerade in diesen schwierigen Zeiten den nötigen Rückhalt gegeben hat, um diese große Aufgabe im wahrsten Sinne des Wortes zu meistern.

Wofür steht der Meisterbrief?
Die Meisterprüfung ist der krönende Abschluss eines jeden Handwerks. Die neuen Meister sorgen dafür, dass das Tiroler Handwerk eine Zukunft hat. Sie haben Ausdauer, Können und das berufliche Wissen vor einer strengen und objektiven Prüfungskommission unter Beweis gestellt. Sie haben damit das Gelernte auf ein neues Niveau gehoben, das sich unter dem treffenden Titel „Meister“ zusammenfassen lässt.

Welche Auswirkungen ergeben sich für Kunden?
Qualität ist zeitlos – und das Tiroler Gewerbe und Handwerk ist dafür bekannt, höchste Ansprüche zu erfüllen. Darauf können sich die Kunden verlassen. Auf dem Meister-Niveau hat der Begriff Qualität eine besondere Bedeutung.

Spartenobmann Franz Jirka
Spartenobmann Franz Jirka

Meisterbetriebe und Nachhaltigkeit – gibt es da einen Zusammenhang?
Nachhaltigkeit besteht schon darin, dass die Produkte und Dienstleistungen langlebig sind und den Konsumenten viele Jahre Freude bereiten. Wir alle wissen, dass billig einkaufen letztendlich teuer sein kann. Meisterliche Betriebe achten auch schon bei der Auswahl ihrer benötigten Arbeitsstoffe auf kurze Wege und verarbeiten, soweit möglich, heimische Rohstoffe. Nachhaltig im weiteren Sinn ist es auch, unsere Jugend auszubilden, Arbeitsplätze zu schaffen und zu halten und im Land Steuern zu zahlen. Damit hat Qualitäts-Handwerk viel mit Nachhaltigkeit zu tun – genau jenes Wort, das oft gebraucht, aber zu selten gelebt wird.

Warum ist „Ja zu Tirol“ so wichtig?
Nur wenn wir unsere Wirtschaftskreisläufe in Schwung halten, können wir Arbeitsplätze im eigenen Land halten und neue schaffen. Das uneingeschränkte „Ja“ fällt dann leicht, wenn die Kunden genau wissen, dass es einfach „passt“, wenn sie einen Tiroler Meister beauftragen. Kompromisslose Qualität, regionaler Bezug sowie authentische Produkte und Dienstleistungen haben im Meisterbrief ihren gemeinsamen Schnittpunkt.

Seit Kurzem ist es ja möglich, den Meistertitel in amtliche Urkunden eintragen zu lassen und öffentlich zu führen. Raten Sie dazu?
Ja – alleine schon im geschäftlichen Interesse. Das Vertrauen in unsere Meisterbetriebe ist enorm: 95 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler attestieren ihnen hohe Qualität bei der Erbringung ihrer Leistungen. Jetzt hat der Meistertitel die längst fällige Aufwertung und öffentliche Anerkennung erhalten. Gerade die Meisterinnen und Meister sind es, die oftmals Führungspositionen in ihrem Betrieb einnehmen. Viele machen sich später mit Neugründungen oder Betriebsübernahmen selbstständig. Und sie sind es auch, die ihr handwerkliches Wissen an die nächste Generation weitergeben und so die Qualität hochhalten. Das ist gerade in schwierigen Zeiten wie jetzt wichtig.