Die Betriebe kämpfen um jeden Lehrling. Nachwuchsarbeit ist eine Investition in die Zukunft, weil Fachkräfte immer gefragt sind.
Die Betriebe kämpfen um jeden Lehrling. Nachwuchsarbeit ist eine Investition in die Zukunft, weil Fachkräfte immer gefragt sind.
Schwaz

Lehrlinge sind gesucht und gefragt

Die Betriebe kämpfen um jeden Lehrling. Nachwuchsarbeit ist eine Investition in die Zukunft, weil Fachkräfte immer gefragt sind.
© Maria Kirchner

Betriebe suchen immer Lehrlinge. Der leichte Rückgang an Lehrlingen hat mehrere Ursachen – unter anderem auch eine schwächere demografische Entwicklung – berichtet Bezirksobfrau Martina Entner.

INTERVIEW

wirtschaft.tirol: Sollen Jugendliche in dieser unsicheren Zeit eine Lehrausbildung beginnen?
Martina Entner: Ja natürlich. Eine Lehre anzufangen ist für junge Menschen immer eine gute Entscheidung. Mit einer fundierten Lehre legt ein Jugendlicher einen soliden Grundstock für sein weiteres Berufsleben. Das alte Sprichwort „Lehre hat goldenen Boden“ gilt – gerade in unsicheren Zeiten – mehr denn je.

Können Sie uns Zahlen, Daten und Fakten nennen? Wie gut ist der Bezirk Schwaz in Sachen Lehre aufgestellt?
Wir haben in Schwaz die glückliche Situation, dass wir durch unseren extrem guten Mix an Branchen – von der Industrie zum Handwerksbetrieb, vom Tourismus zum Handel – sehr breit aufgestellt sind. Jugendliche können sich im Bezirk in etwa 100 verschiedenen Lehrberufen ausbilden lassen. Aktuell absolvieren 1472 Mädchen und Burschen eine Lehre in rund 500 Ausbildungsbetrieben. Hier gabt es im Bezirk im Jahr 2020 einen kleinen Rückgang von 2 %. Das hat zum einen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu tun, zum anderen hatten wir letztes Jahr bei den Jugendliche im Alter von 15 Jahren einen etwas schwächerer Jahrgang.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Lehrlingsausbildung aus?
Wir wissen aus Gesprächen mit Betrieben, dass in sehr vielen Unternehmen Lehrlinge gesucht werden. Die Betriebe sind sich bewusst, dass die Corona-Pandemie auch ein Ende haben wird. Wer dann genügend Fachkräfte in seinem Unternehmen beschäftigt, hat die Nase vorn, denn der Fachkräftemangel ist trotz Krise auch jetzt spürbar und wird auch in Zukunft weiter spürbar sein. Vor allem in technischen, handwerklichen und touristischen Berufen haben Lehrlinge beste Chancen. Die Lehre bietet den Jugendlichen immer eine gute und stabile Basis

Martina Entner
Bezirksobfrau Martina Entner

Wie schaut der „klassische“ Lehranfänger aus?
Das ist sehr unterschiedlich – vom 15-Jährigen, der nach der Pflichtschule ganz klassisch eine Lehrausbildung beginnt, bis hin zum Schulabbrecher und Erwachsenen, der sich noch einmal neu orientiert – ist hier alles mit dabei. Besonders interessant ist auch der Trend, dass immer mehr Maturanten nach ihrem Abschluss eine Lehre absolvieren. Momentan gibt es 400 junge Menschen in Tirol, die nach der Matura eine Lehre absolvieren.

Wie sehen Sie das Modell „Lehre und Matura“?
Mit Lehre und Matura schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, nämlich eine fundierte Berufsausbildung und die Matura in einem absolvieren. Gute Schüler mit einem Hang zum Praktischen sind hier bestens aufgehoben. Bei Lehre und Matura konzentriert sich die Ausbildung auf die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch, dazu kommt noch ein Fachbereich. Nach dieser Ausbildung kann man auch ein Studium anhängen.

Warum würden Sie eine Lehrausbildung empfehlen?
Die Lehrausbildung hat sich als besonders krisensicher bewährt. Die nahezu einzigartige Kombination aus Ausbildungsbetrieb und Berufsschule bietet genau jene Qualifikationen, mit der sich die Anforderungen des Marktes sehr gut bewältigen lassen. Die Lehre ist auch eine flexible Ausbildungsform und reagiert schneller und unkomplizierter auf die Veränderungen des Marktes. Die Lehre ist immer auf dem neuesten Stand – und damit auch der Lehrling.

Kategorie(n)