Berufsorientierung Gehirn Interessenstest
Berufsorientierung Gehirn Interessenstest
Perspektiven

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

© stock.adobe.com/goodzone95/Bildungsconsulting

Der PICTA-Interessenstest funktioniert ausschließlich mit Bildern und liefert somit schnell und intuitiv valide Ergebnisse in der Berufsorientierung – und das ganz ohne Sprachbarrieren.

Das Bildungsconsulting der Tiroler Wirtschaftskammer hat einen sprachfreien Bilder-Interessentest entwickelt. Diese basiert auf der wissenschaftlich-psychologischen Theorie von neun Berufs- und Ausbildungsfeldern sämtlicher Ausbildungsniveaus – von der Lehre über Fach- und Schulabschlüsse bis hin zu akademischen Studien. Jedem der neun Berufsfelder wurden konkrete Berufe und Ausbildungen zugeordnet, in Summe 900. Der Bilder-Interessentest PICTA befindet sich bereits in Anwendung. Der Vorteil eines reinen Bilder-Interessentests liegt einerseits darin, dass Sprachbarrieren keinerlei Rolle spielen, andererseits in der Einfachheit und Geschwindigkeit, mit der sich der Test absolvieren lässt.

Realistische Darstellung

PICTA arbeitet mit moderneren, ansprechenden Bildern und dem letzten Stand bei den Berufsbildern, die zudem exakt auf die Bedürfnisse des heimischen Arbeitsmarktes zugeschnitten sind. Der Interessentest des Bildungsconsultings umfasst somit auch moderne technische Berufsbilder, die in den letzten Jahren entstanden sind. Ein Zufallsgenerator im Hintergrund schafft die Voraussetzung dafür, dass jeder Testdurchlauf einzigartig ist und für die Dauer der Vergleiche ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden kann. Bei der Bildauswahl wurde darauf geachtet, Berufe nicht idealisiert darzustellen, sondern einen realistischen Eindruck verschiedener Tätigkeitsbereiche zu vermitteln. Der Test wurde von den Testexperten des Bildungsconsultings Andreas Zelger, Markus Abart und Martin Hofer entwickelt, die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch die Universität Liechtenstein und die Universität Innsbruck.

Intuitiv, einfach, schnell

Der Test selbst funktioniert denkbar einfach – auch wenn ein komplexer Vorgang bei der Programmierung des Tests und der ausgewählten Bilder dahintersteht. Die Durchführung von PICTA erfordert nicht mehr als zehn Minuten Zeit. Die Testperson wählt aus den Bilderpaaren jeweils möglichst spontan eines aus. Es muss bei jedem Paar eine Entscheidung gefällt werden, auch wenn es sich dabei manchmal nur um das „geringere Übel“ handelt. Sämtliche Bilder sind mit Berufsgruppen hinterlegt. Am Ende des Tests erhält der Teilnehmer automatisiert eine Auswertung, wie seine Interessen innerhalb der neun Berufs- und Ausbildungsfelder ausgeprägt sind – in Prozent und auch in Form einer grafischen Darstellung. Für den Bereich mit der stärksten Ausprägung werden detailliert mögliche Berufsfelder aufgelistet.

Drei Fragen an Andreas Zelger

Worin liegt der größte Vorteil von PICTA?

Wenn man Tätigkeitsbeschreibungen in schriftlichen Tests liest, müssen diese Begriffe vom Gehirn erst assoziiert und in Bilder „übersetzt“ werden. Das funktioniert bei PICTA direkt, intuitiv und schnell und hat aufgrund der im Zuge der Entwicklung erfolgten wissenschaftlichen Begleitung hohe Aussagekraft.

Was ist, wenn der Test für sich alleine angewandt wird?

Der Test bringt erste Informationen über das Interesse für Ausbildungen und Berufe – hier muss in der Nachberatung ins Detail gegangen werden. PICTA wird im Rahmen der der Talent Card für Jugendliche bzw. der Potenzialanalyse für Erwachsene eingesetzt.

Was plant das Bildungsconsulting noch im Testbereich?

Wir werden 2021 mit einem eigenen Testportal in Betrieb gehen. Die Zielgruppen sind Jugendliche, Erwachsene und Firmen. Neben dem Interessentest PICTA wird es einen Test zur Erfassung von Neigungen und einen weiteren zur Beurteilung der Persönlichkeit geben. Das Testportal wird in der Folge um laufende Neuentwicklungen ergänzt.

Im Test stehen jeweils zwei Bilder als Paar gegenüber. Wer sich beispielsweise hierfür entscheidet, interessiert sich für Bauwesen, Innenausbau, handwerkliche und körperliche Tätigkeiten und das Bearbeiten von bauwerklichen Materialien.
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Forschung Planung Labortätigkeiten Medizin
Wer hingegen auf dieses Bild klickt, bevorzugt exaktes Arbeiten, Forschung, Planung, Medizin und Labortätigkeiten.
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Drei Fragen an Markus Abart

Welche Grundidee steht hinter dem PICTA Interessentest?

Uns hat in unserem „Instrumentenkoffer“ ein Werkzeug gefehlt, das schnell und einfach valide Ergebnisse liefert – und zwar abseits von Sprachbarrieren. Mit PICTA steht uns nun ein Tool zur Verfügung, das einerseits wissenschaftlich fundiert ist, andererseits in der praktischen Anwendung ausgesprochen benutzerfreundlich ist.

Warum hat das Bildungsconsulting diesen Test entwickelt?

Am Markt ist kein vergleichbarer Test verfügbar, der genau zu unseren Anforderungen passt. Speziell in der Arbeit mit Jugendlichen muss man deren Kommunikationsverhalten berücksichtigen. Lesen wird immer mehr durch Bilder und Videos abgelöst. Das hat uns zur eigenen Entwicklung dieses Tests inspiriert.

Was kann der Test leisten – und was nicht?

Als Stand-alone-Lösung ist er nur eingeschränkt verwendbar und liefert kein umfassendes Bild einer Persönlichkeit. Es werden im Test auch „nur“ Interessen, nicht aber Neigungen und Fähigkeiten erfasst. PICTA liefert aber in kürzester Zeit erstaunlich treffsichere Aussagen, auf die sich aufbauen lässt. Damit ist der Test ein wertvoller Baustein in der Berufsorientierung und -beratung.

Initialzündung für die Berufsberatung

Ein großer Vorteil von PICTA liegt darin, dass die Antworten spontan und intuitiv erfolgen – das verhindert „taktische“ oder sonst auf irgendeine Art gefilterte Aussagen. Jeder kennt die Bildunterschrift „ohne Worte“ unter einer Zeichnung – das geht nur dort, wo die Darstellung derart klar und eingängig ist, dass auf eine Erläuterung verzichtet werden kann. Genau das war das Kriterium bei der aufwendigen Bildauswahl: Jede einzelne Darstellung muss klar zugeordnet werden können. Der Test bringt für sich alleine eine Ersteinschätzung, entwickelt sein Potenzial aber erst im Zusammenhang mit einer fundierten Beratung und weiteren Tests, die auch die Persönlichkeit und die Neigungen einer Person erfassen. Damit ist PICTA die Initialzündung für eine umfassende Berufsberatung. Dieser immer noch unterschätzte Bereich ist für eine fundierte Weichenstellung bei Ausbildung und Beruf enorm wichtig. PICTA senkt die Schwelle für den Einstieg in die Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Zudem wird der Test auch das erste Angebot sein, welches das Bildungsconsulting im kommenden Jahr auf einem eigenen Testportal anbieten wird. Zusammen mit Persönlichkeits- und Neigungstests entsteht somit eines der modernsten Portale für Berufsorientierung und -beratung in Österreich.

Mehr Infos rund um die Berufsorientierung unter www.bildungsconsulting.at

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