Der Startschuss für die Corona-Impfungen bringt Hoffnung auf wirtschaftlich sonnigere Zeiten.
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2021 bringt Licht am Ende des Tunnels

Der Startschuss für die Corona-Impfungen bringt Hoffnung auf wirtschaftlich sonnigere Zeiten.
© Tirol Werbung/Josef Mallaun

Die Impfung kommt. Und damit der Anfang vom Ende der Pandemie. Präsident Christoph Walser und die Spartenobleute der WK Tirol ziehen über das Corona-Jahr Bilanz und stellen die Weichen für 2021.

Diese Jahreswende ist eine besondere. Mit ihr schlagen wir nicht nur eine neue Seite im Kalender auf, sondern auch ein neues Kapitel im Kampf gegen Corona. Die bereits gestartete Impfung bringt endlich Licht am Ende des Tunnels und läutet die Rückkehr in die „Normalität“ und den Neustart der Wirtschaft ein. Damit ist der Beginn des neuen Jahres genau die richtige Zeit, um eine Bilanz über die vergangenen Monate mit Corona zu ziehen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Aus Sicht von WK-Präsident Christoph Walser hat Österreich im vergangenen Jahr vieles richtig gemacht – aber auch einige vermeidbare Fehler begangen.

Im beherzten ersten Lockdown hat sich Österreich einen Vorsprung erarbeitet, der aber über den Sommer verspielt wurde. „Der zweite Lockdown war leider halbherzig und damit zu wenig wirksam“, erklärt der WK-Präsident, „und der jetzige dritte Lockdown ist ebenfalls zu wenig strikt und vor allem viel zu lang.“ Die Politik hat ein international beachtetes Auffangnetz aufgespannt – auch wenn die jetzigen Lösungen nicht für alle passend sind. „Unsere Wirtschaft ist sehr vielfältig – da muss noch viel nachgebessert und adaptiert werden“, so Walser.

WK-Präsident Christoph Walser
WK-Präsident Christoph Walser

Rahmenbedingungen für hochwertige Arbeit

Sieht man genauer hin, werden auch positive Effekte aus dem Corona-Jahr übrigbleiben: Es dürfte den letzten Wirtschaftskritikern klar geworden sein, dass sich Einkommen und Wohlstand nur mit einem starken Standort und gesunden Betrieben erzielen lassen; die Digitalisierung hat einen massiven Schub erhalten, der uns auch in den kommenden Jahren helfen wird; und schließlich hat die Krise das Bekenntnis „Ja zu Tirol“ gestärkt.

Ein Blick über quer über die einzelnen Branchen macht deutlich, wo die Herausforderungen im neuen Jahr liegen. Der für Tirol so wichtige Tourismus war und ist von Corona extrem stark betroffen. Spartenobmann Mario Gerber ist jedoch der Überzeugung, dass der Tiroler Tourismus längerfristig ein fulminantes Comeback verzeichnen wird. Von der Politik erwartet sich Gerber stärkeres strategisches Agieren statt des kurzfristigen Reagierens, das 2020 geprägt hat. Gewerbe und Handwerk blicken auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Während der Baubereich vergleichsweise gut durch die Krise gekommen ist, mussten etwa Veranstaltungstechniker, Fotografen und Friseure massive Einbußen hinnehmen. „Für 2021 brauchen wir Rahmenbedingungen, die den Unternehmen eine Druckentlastung bringen und qualitativ hochwertige Arbeit ermöglichen“, erklärt Spartenobmann Franz Jirka.

Spartenobmann Industrie Hermann Lindner
Hermann Lindner, Spartenobmann Industrie

Impulse und Investitionen

Die Industrie konnte ihre Produktion weitgehend aufrechterhalten und hat sich als stabilisierender Faktor erwiesen. Spartenobmann Hermann Lindner zählt für 2021 auf Investitionsanreize und Impulse für Forschung und Entwicklung. Der Handel musste 2020 mit hohen Umsatzrückgängen und fehlender Planbarkeit zurechtkommen. „Immerhin wird das verstärkte Bewusstsein für das regionale Handels- und Nahversorgungsangebot auch nach Corona Bestand haben“, ist Spartenobmann Dieter Unterberger überzeugt. Die Sparte Bank und Versicherung konnte durchgängig alle gewohnten Services anbieten. „Die Stärke unserer Unternehmen ist und bleibt die regionale Verankerung“, betont Spartenobmann Hans Unterdorfer.

Die Transportbranche kämpfte mit unterschiedlichen Auswirkungen. Reisebus- und Taxibetriebe sowie die Seilbahnen mussten schwere Rückschläge einstecken. Für die Zukunft zählt die Branche auf die Verlagerung von der Straße auf die Schiene – „aber mit intelligenten Konzepten und nicht in Form von Schnellschüssen wie Fahrverboten, die statt dem Transit vor allem heimische Betriebe treffen“, fordert Spartenfrau Rebecca Kirchbaumer. Die Betriebe der Sparte Information und Consulting zählen für 2021 auf die Unterstützung der Politik: „Wir brauchen dringend Impulse für Investitionen und eine umfangreiche Förderung des regionalen Wirtschaftsdenkens“, erklärt Spartenobmann Dietmar Hernegger.

Rebecca Kirchbaumer, Obfrau der Sparte Transport & Verkehr in der WK Tirol
Rebecca Kirchbaumer, Spartenobfrau Transport und Verkehr

Nach einer massiven Ausweitung des Serviceangebots wird die WK Tirol auch im heurigen Jahr der verlässliche Partner für die Betriebe sein. Information, Beratung und Begleitung werden ganz auf die Bedürfnisse der Unternehmen abgstimmt. Und im Bereich Bildung werden digitales Lernen und Online-Angebote zur Berufsorientierung weiter ausgebaut (siehe Folgeseite). „Freuen wir uns auf ein von der Corona-Last befreites neues Jahr und starten wir sobald es möglich ist gemeinsam durch!“ erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Der Sommer 2020 hat gezeigt, dass die Wirtschaft schnell anzieht, wenn die Einschränkungen durch Corona verschwinden, gibt sich Walser optimistisch.