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SaSch Shoefactory: „Ich bekomme so viel Dankbarkeit zurück“

Aus Alt mach Neu - die Sasch Shoefactory macht´s möglich.
© WK Tirol

Sabine Schöffauer repariert und fertigt Gürtel sowie Handtaschen und bringt gebrauchte Schuhe wieder in Schwung. An ihrem Stand in der Innsbrucker Markthalle gibt ihr die Wertschätzung der Kunden Schwung und Motivation.

Lebensgefühl und Fröhlichkeit – das bunte Treiben ist bei jedem Schritt durch die Innsbrucker Markthalle zu spüren.  Zwischen Obst- und Gemüseständen, Blumenhändlern und Genusslokalen ist seit zwei Jahren die SaSch Shoefactory beheimatet. „Allein schon das Herkommen in meine schöne, kleine Werkstatt macht mir Spaß. Ich kann vor mich hinarbeiten, in mich gehen — meine Arbeit ist fast schon spirituell“, freut sich Sabine Schöffauer, die Gründerin von SaSch. Hier wird Qualität hoch gehalten und mit Liebe repariert. „Wer hier seine Schuhe fachgerecht richten lässt, tut nicht nur sich selbst Gutes, sondern handelt auch nachhaltig und schont Ressourcen.“ Weiters werden auch handgefertigte Gürtel und Taschen angeboten, individuell nach den Wünschen der Kunden zugeschnitten. Ein Sortiment an hochwertigen Schuhzubehör rundet das Angebot ab.

SaSch shoefactory
SaSch Shoefactory

Quereinsteigerin

Die gebürtige Wienerin hat schon viele berufliche Stationen durchlebt. Durch die Liebe zu den Bergen hat es die 40jährige vor 15 Jahren nach Tirol verschlagen. 2016 gründete sie schließlich die SaSch-Shoefactory. „Ich bin durch Zufall zu diesem Handwerk gekommen. Vor rund sechs Jahren habe ich in einer Schusterei ausgeholfen. Als die Näherin ausgefallen ist, habe ich mich einfach zur Maschine gesetzt und losgelegt. Da habe ich gespürt, das will ich machen“, erzählt Sabine Schöffauer begeistert.  „Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, fremde Schuhe anzugreifen, aber das war dann schlagartig weg. Es ist die beste Arbeit, die ich jemals gemacht habe. Ich bekomme sehr viel Dankbarkeit zurück und daraus ist eine Liebe entstanden.“

SaSch Shoefactory
Bei der SaSch Shoefactory wird mit Liebe zum Detail gearbeitet.
© WK Tirol

Wie die Sohle zum Schuh kommt

Das Bewusstsein für gutes Schuhwerk und ökologisches Handeln steigt, die Anzahl der Schuster sinkt — kein Wunder also, dass man nur selten alleine am Marktstand von SaSch steht: Es gibt hier tagaus tagein wahrhaftig alle Hände voll zu tun, die Arbeit geht für Sabine Schöffauer und ihre Mitarbeiterin Hannah Balzer nie aus. „Hier in der Werkstatt mache ich alle Reparaturen, die bei einem Schuh anfallen: Besohlungen, Absätze beziehen oder besohlen. Aber auch Näharbeiten an Schuhen oder Rucksäcken, Segelboottücher oder mal ein Autoledersitz sind auch dabei.“ Hannah Balzer ist seit drei Jahren im Team der SaSch Shoefactory. Sie setzt sich vor eine alte Adler-Nähmaschine und verpasst einer Handtasche einen neuen Henkel und somit neuen Schliff. „Mit dieser Maschine habe ich mehr Gefühl. Da tappe ich noch mit den Füßen“, lacht sie. Tradition und Moderne verschmelzen, das Schuster-Handwerk wird neu belebt.

Am Stand von Sabine Schöffauer gibt es auch selbstgemachte Gürtel und Handtaschen.
© WK Tirol

Neues Flair

Vorher hatte Sabine Schöffauer ein Geschäft in der Innsbrucker Kiebachgasse, vor rund zwei Jahren ist sie in die Markthalle übersiedelt. „Am Anfang war es komisch, dass dir immer alle auf die Finger schauen. Aber das ist Gewohnheitssache und ich fühle mich hier richtig wohl. Ich mag das Flair und auch die Zielgruppe ist hier eine ganz andere.“

2021 kann kommen

Menschlichkeit und der Mut Neues zu tun zeichnen, die junge Unternehmerin aus. „Man muss offen für Alternativen bleiben und Vertrauen haben. Dann geht alles“. Im Jänner eröffnet Sabine Schöffauer eine Zweigstelle im Innsbrucker Stadtteil Wilten. „Am Anfang der Woche wird man mich dann immer in der Tomaselli-Schusterei vorfinden. Darauf freue ich mich schon sehr.“

Weitere Informationen: www.sasch.at