Würfel mit Aufschrift Fördermittel auf Geldmünzen
Würfel mit Aufschrift Fördermittel auf Geldmünzen
Recht praktisch

Entwicklung der Förderlandschaft durch Corona

Die vom Lockdown bis 6. Jänner betroffenen Branchen können bis 31.12.2020 einen Antrag für den 50 Prozent Umsatzersatz über FinanzOnline stellen.
© magele-picture/stock.adobe.com

Wirtschaftsförderungen sind ein Lenkungsinstrument und verändern sich laufend. Aktuelle Themen (Umweltschutz & Innovation, Schaffung von Arbeitsplätzen, Digitalisierung) stehen derzeit im Vordergrund.

Die besondere Krisensituation hat die Förderlandschaft sehr unerwartet auf den Kopf gestellt und ganz neue Förderprodukte auf den Weg gebracht. In erster Linie war es wichtig, die Liquidität der Unternehmen zu erhalten, was hauptsächlich durch Bundesgarantien für Überbrückungskredite erfolgte, die teilweise auch durch einen Zinsenzuschuss seitens des Landes Tirol attraktiv wurden. Spezielle Programme wie Härtefallfonds, Fixkostenzuschuss und Umsatzersatz stützen die von den Lockdowns betroffenen Unternehmen und ermöglichen einen „Restart“ am Ende der Krisensituation. Die Entwicklung von notwendigen Förderinstrumenten ist hier noch in vollem Gange.

Auch der Förderablauf gestaltet sich derzeit in einzelnen Bereichen flexibler. Während im Rahmen der Wirtschaftsförderung die Fristenwahrung (Antrag VOR Projektbeginn!) als eiserne Regel gilt, hat Corona uns vor die Notwendigkeit gestellt, kurzfristig zu reagieren und bei einigen Förderungen einen Antrag auch nach Projektbeginn zu ermöglichen.

Bereits im Verlauf der ersten Krisenmonate hat speziell das Land Tirol zahlreiche Konjunktur belebende Maßnahmen ins Leben gerufen und so wichtige zusätzliche Anreize für betriebliche Investitionen geschaffen. Die Investitionsprämie des Bundes ergänzt die Förderangebote des Landes – und so ist die Förderlandschaft vielseitig und lukrativ wie schon lange nicht mehr.

Michaela Guettler
Michaela Güttler

Wie betrachte ich ein Förderprojekt?

Geht es beim Thema Innovationsförderung um die Entwicklungskosten eines innovativen Produktes, einer kreativen Dienstleistung oder einer neuen Technologie, so betrachtet man im Bereich der Wirtschaftsförderung in erster Linie die aktivierungsfähigen Kosten in Anlagevermögen. Eine grobe Kostenschätzung und Unternehmensdaten (wie Unternehmensalter, Mitarbeiteranzahl, Standort und geplanter Zeitrahmen) sind notwendig, um eine Ersteinschätzung treffen zu können, ob ein Projekt in einem der zeitnah angebotenen Förderprogramme eingereicht werden kann.

Ganz speziell in den Fokus gerückt ist in den letzten Jahren der Schwerpunkt Digitalisierung – und auch Corona hat gezeigt, wie wichtig es ist, sein Unternehmen digital so „fit“ aufzustellen, um am Markt erfolgreich bestehen zu können. Gerade im Hinblick auf die nach Corona zu erwartenden starken Veränderungen in der Wirtschaft und Gesellschaft kommt der Digitalisierung verschiedenster Unternehmensprozesse – von Produktion über Dienstleistung bis hin zu Lehr- und Lernprozessen – eine enorme Bedeutung zu.

Digitalisierungsförderungen

Die neue Landesförderung „digital.tirol – KMU-Förderung“ soll im Speziellen die traditionell kleinstrukturierte Wirtschaft in Tirol ansprechen. Durch Förderung (max. 50 %) der Konzeptionierung von Digitalisierungsvorhaben wird eine solide Basis in Form von detaillierter Planung und Umsetzungsvorbereitung für nachfolgende Investitionen geschaffen.

Aufbauend auf diesem Konzept können Umsetzungsinvestitionen in Soft- und Hardware ab 10.000 Euro (wie zum Beispiel Systeme zur Unternehmensplanung und -steuerung (ERP-Systeme), technische Schnittstellen, Steuer- und Regeltechnik, digitale Fertigungssysteme, digitales Prototyping, digitale Kommunikationssysteme, Maßnahmen komplexere E-Commerce-Lösungen uvm.) mit 10 bis 20 Prozent gefördert werden.

Die bestehende und jährlich wiederkehrende Tiroler Digitalisierungsförderung beginnt bei förderbaren Investitionskosten von mindestens 50.000 Euro und zielt auf eine durchgängige Digitalisierungsstrategie des Unternehmens, Einführung modernster digitaler Technologien und frühzeitige Integration der Mitarbeiter in den digitalen Transformationsprozess durch einschlägige Schulungsmaßnahmen ab.

Auch die erwähnte Corona bedingte Bundesförderung in Form der Investitionsprämie schafft durch eine erhöhte Förderquote (14 %) im Schwerpunkt Digitalisierung (wie auch in den Schwerpunkten Ökologisierung sowie Gesundheit/LifeScience) einen zusätzlichen Anreiz für digitale Investitionen.

Welcher Antrag zu welchem Zeitpunkt?

Wie immer ist das Thema Fristenwahrung auch bei Corona-Förderungen zu beachten. Für die vom Lockdown bis 6. Jänner betroffenen Branchen ist laut derzeitiger Richtlinie der Antrag für einen 50 Prozent Umsatzersatz bis zum 15. Jänner 2021 über FinanzOnline zu stellen.

Stellt man im Härtefallfonds für EPU und Kleinstbetriebe bei Betroffenheit einen monatlichen Antrag, so kann man beim Fixkostenzuschuss 2 die Unterstützung wieder in zwei Tranchen beantragen – je nachdem wie es die notwendige Liquidität erfordert:

  • die 1. Tranche (80 % des voraussichtlichen Fixkostenzuschusses) bis spätestens 30. Juni 2021,
  • die Auszahlung der 2. Tranche bis spätestens 31.12.2021.

Ein Antrag auf Fixkostenzuschuss Phase 1 (für die Betrachtungszeiträume Mitte März bis Mitte September 2020) ist bis zum 31. August 2021 möglich.

Während Konjunktur belebende Wirtschaftsförderungsprogramme bis zur Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Budgetmittel beantragt werden können, gibt es bei der Corona bedingten Investitionsprämie eine Deadline für Antrag und Projektbeginn: 28. Februar 2021.

Expertentipps von Michaela Güttler
  • Planen Sie rechtzeitig Ihre Investitionsprojekte und holen Sie sich anhand der Kostenstruktur eine Förderberatung durch unsere Experten.
  • Die Wirtschaftskammer Tirol und das Land Tirol ermöglichen durch die Tiroler Beratungsförderung in zahlreichen Themen auch kostengünstige Begleitung Ihrer geplanten Projekte (wie zum Beispiel in den Schwerpunkten Digitalisierung oder strategische Neuausrichtung, Unternehmensnachfolge oder Energieeffizienz uvm.).
Weitere Informationen
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Rückfragen:

Wirtschaftskammer Tirol
Förderservice
Michaela Güttler
T 05 90 90 5-1383
E foerderservice@wktirol.at
W www.wko.at/tirol/foerderungen

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