Metallbauer mit Leib und Seele

Christian Dollinger und Marco Pfeifer bilden das Führungsduo von Metallbau Dollinger & Pfeifer in Volders. Heuer feierte das Unternehmen sein 10-jähriges Jubiläum. Die Meilensteine seit der Gründung können sich sehen lassen.

In einer gemieteten Lagerhalle an der Bundesstraße in Volders legte Christian Dollinger vor zehn Jahren als Unternehmer los. Damals noch unter dem Namen „Edelstahl-Metallbau Dollinger“ und mit drei Mitarbeitern an Bord. „Die Auftragslage war von Anfang an gut, wir hatten hauptsächlich Auftraggeber aus der Region“, wirft Dollinger einen Blick zurück. Die gemietete Lagerhalle wurde bald zu klein, 2013 zog das Unternehmen in den Gewerbepark Mils um. Es folgten immer größere Projekte und so platzte auch die neue Werkstatt bald aus allen Nähten. Im Jahr 2017 hat Dollinger gemeinsam mit Marco Pfeifer, den er als Partner gewinnen konnte, eine Schlosserei  in Volders gekauft. Es folgte die Firmenumbenennung auf Metallbau Dollinger & Pfeifer.

Eingespieltes Team

Die beiden sind ein eingespieltes Team: „Das ist wie in einer Ehe“, schmunzelt Dollinger. Sie haben sich die Aufgabenbereiche gut aufgeteilt: Christian Dollinger holt Aufträge ein, ist für den Einkauf zuständig und übernimmt den Geschäftsabschluss. Marco Pfeifer hat den gesamten technischen Teil über, also Planung und Vorbereitung. Gemeinsam mit drei weiteren Technikern bereitet er die Aufträge vor.

Von exklusiven Designerstücken, Gartentoren, Balkonen und Geländern bis hin zu Überdachungen, Zäunen und Grabkreuzen reicht das Angebotsspektrum des Unternehmens. „Uns ist es wichtig, am neuesten Stand der Technik zu sein. Deswegen setzen wir in der Metallbearbeitung auch auf Lasertechnik. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Das ist eine präzise, schnelle und effektive Bearbeitungsmethode und damit enorm wirtschaftlich. Darüber hinaus lassen sich auch Formen jeder Art umsetzen, was oft von der Architektur verlangt wird“, beschreibt der Landesinnungsmeister der Metalltechniker.

Fachkräftenachwuchs ausbilden

Heute zählt das Unternehmen 30 Mitarbeiter. „Wenn ich in die Werkstatt komme, bin ich jeden Tag aufs Neue stolz auf meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir haben ein sehr engagiertes und gutes Team und legen großen Wert darauf, dass es ihnen gut geht“, hebt der Unternehmer hervor. Auch sechs Lehrlinge zählen zum Team, sie erlernen den Beruf des Metalltechnikers. Den Geschäftsführern ist es wichtig, den eigenen Fachkräftenachwuchs auszubilden. Denn der Fachkräftemangel ist auch in der Metallbau-Branche spürbar. „Wir haben beide eine Lehre gemacht und kenne die Vorteile aus eigener Erfahrung. Von der Lehre über den Facharbeiter hin zum Meister – das ist ein Bildungsweg, der keinem Akademiker nachsteht“, ist Dollinger überzeugt.

Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: Der älteste Sohn von Christian Dollinger fängt nach Abschluss seiner Metalltechniker-Lehre demnächst im Betrieb seines Vaters an zu arbeiten und startet nächsten Herbst mit der Meisterschule. „Ich habe meine beiden Söhne selber entscheiden lassen, welchen Weg sie einschlagen möchten. Da war nie der Gedanke, dass ein Sohn einmal das Unternehmen übernehmen muss. Die Berufswahl muss immer ganz individuell passen, man muss sich wohlfühlen bei dem, was man tut“, betont der Unternehmer. Auch der zweitälteste Sohn macht eine Lehre, aber in einem ganz anderen Bereich: Er macht die Ausbildung zum Fitnesstrainer mit Diplom und ist ein bekannter Freerunner.

Sorgen bereitet Dollinger die aktuelle Situation an den Berufsschulen: „Distance Learning ist für Berufsschüler nicht sinnvoll. Da ist die Gefahr groß, dass halb ausgebildete Fachkräfte zur Lehrabschlussprüfung antreten und das ist nicht zielführend. Jede Branche braucht top ausgebildete Fachkräfte. Hoffentlich wird in diesem Bereich bald eine praktikable Lösung gefunden“, sagt Dollinger abschließend.

»Weitere Informationen: Metallbau Dollinger & Pfeifer

wt_dollinger_pfeifer_axel_springer Christian Dollinger (l.) und Marco Pfeifer (r.) leiten die Geschicke von Metallbau Dollinger & Pfeifer in Volders. Foto: Axel Springer

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionär zu werden?

Zum Thema Ausbildung und Lehrlinge habe ich das Gespräch mit dem damaligen Landesinnungsmeister Johann Grissemann gesucht. Bei diesem Gespräch hat er mir angeboten, in der Innung mitzuarbeiten. Jetzt darf ich selbst als Landesinnungsmeister vorstehen.

Worauf sind Sie in Ihrer Funkitonärstätigkeit stolz?

Mich freut es, dass ich in der Innung mitwirken kann und ich werde versuchen, als oberster Vertreter meiner Branche gerecht zu werden.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionär?

Mir ist es ein großes Anliegen, die Lehre auf einen gesunden Weg zu bringen. Lehre - Facharbeiter - Meister sollte ein Berufsweg sein, der keinem Akademiker nachsteht. Karriere mit Lehre gilt gerade jetzt mehr denn je. Deswegen muss das Image der Lehre hochgehalten werden und die Wichtigkeit der Facharbeiter wieder in den Köpfen der Gesellschaft ankommen. Außerdem werde ich mit bestem Wissen und Gewissen mit meinem Ausschuss die Innung der Metalltechniker führen.

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