Bei Lokomotion kommen Lehrlinge zum Zug

Das bodenständige Unternehmen Lokomotion in Kufstein legt neben hoher Qualität bei der Instandhaltung von Lokomotiven auch besonders großen Wert auf interne Lehrlingsausbildung und regionale Wertschöpfung.

Im Jahr 2000 als EU-Projektgesellschaft gegründet, ist das Unternehmen Lokomotion in den darauffolgenden Jahren unaufhaltsam gewachsen. Heute ist es eines der führenden Transportunternehmen im Schienengüterverkehr, das sich auf den alpenquerenden Güterverkehr spezialisiert hat. Dabei ist der technisch einwandfreie Zustand der Lokomotiven ein absolutes Muss. Deshalb führte die stetige Erweiterung des Angebots neben der Gründung von Lokomotion Austria auch zum Aufbau einer eigenständigen Werkstatt für Service- und Reparaturarbeiten am Standort Kufstein.

„Spezialisierte Fachkräfte stellen nunmehr seit 2011 in Kufstein die hohe Qualität der Instandhaltung der Zugmaschinen sicher und sorgen für eine zuverlässige Betreuung. Anfänglich führten wir im kleinen Rahmen mit ein bis zwei Mitarbeitern Service- und Reparaturarbeiten durch. Doch schon bald entstand der Plan, die Werkstätte zu vergrößern und sowohl das Angebot als auch den Mitarbeiterstand zu erweitern“, erzählt Christian Narr, Leiter der Werkstatt Kufstein, und ergänzt: „Der Standort ist optimal, da der Brenner nicht weit weg ist. Die Züge müssen vor dem schweren Anstieg hier ohnehin umgespannt und die Arbeiten effizient organisiert werden.“

Moderne Halle und fundierte Ausbildung

Nach einer längeren Planungsphase ging im März 2020 in Kufstein der erweiterte Neubau in Betrieb. Auf dem weitläufigen Gelände des Kufsteiner Bahnhofs entstand eine großzügige Lokwerkstatt, die mit fünf Wartungsstände und einer modernen Werkstatteinrichtung ausgestattet wurde. Die vorbeugenden Servicearbeiten sind mit dem „Pickerl“ beim Auto vergleichbar und werden dort je nach Baureihe alle 15.000 bis 30.000 Kilometer durchgeführt. Entsprechend dem Gesamtkilometerstand werden die Arbeiten intensiver und reichen von der Kontrolle bis zum Austausch einzelner Teile.

„Derzeit zählt unser Team in Kufstein zehn Mitarbeiter und setzt sich aus Elektrikern, Schlossern und Mechanikern zusammen. Doch für jeden Arbeitsschritt, den wir an der jeweiligen Lokomotive durchführen, wird zusätzlich ein eigener Ausbildungsnachweis benötigt. Deshalb bilden wir unsere Mitarbeiter mit gezielten Schulungen laufend weiter“, erklärt Narr. Der gelernte Schmied und Maschinenbaumeister weiß genau, wovon er redet, da er selbst parallel zu Arbeit stets auf Weiterbildungen achtete.

Werkstatt-Leiter Christian Narr ist für den Stützpunkt Kufstein und das gesamte Instandhaltunsgwesen zuständig. Der großzügige und helle Neubau der Halle ist für das Unternehmen von enormer Bedeutung. Werkstatt-Leiter Christian Narr ist für den Stützpunkt Kufstein und das gesamte Instandhaltunsgwesen zuständig. Der großzügige und helle Neubau der Halle ist für das Unternehmen von enormer Bedeutung.

Lokomotion setzt auf Ausbildung

In den kommenden Jahren möchte Narr den Stützpunkt in Kufstein mit weiteren knapp 20 Mitarbeitern aufstocken. „Am liebsten würde ich einen Zweischichtbetrieb aufbauen, doch das ist noch Zukunftsmusik. Aktuell steht eine gut einge-spielte Tagesschicht im Vordergrund, dafür brauchen wir mindestens noch sechs Angestellte“, so Narr: „Außerdem bilden wir bald selbst Mechatronik-Lehrlinge aus. Alle Vorkehrungen wurden bereits getroffen und auch beim Neubau räumlich berücksichtigt – dazu gehört beispielsweise eine eigene Schweißwerkstatt. Zusätzlich absolvieren die Lehrlinge im vierten Ausbildungsjahr ein Spezialmodul für Schienenfahrzeuge.“ Im Ausbildungszentrum des Mutterunternehmens in München bietet Lokomotion zudem Ausbildungen zum Triebfahrzeugführer und zum Eisenbahner im Betriebsdienst sowie zahlreiche Weiterbildungen an.

Der reibungslose Ablauf der Transporte geht neben den engagierten und kompetenten Mitarbeitern auch auf eine moderne Flotte zurück. „Unsere Flotte besteht aus über 60 Lokomotiven verschiedenster Baureihen. Pro Woche fahren wir damit über 90.000 Zugkilometer – zuverlässig, flexibel und sicher. Die ältesten Maschinen sind schon bis zu 60 Jahre alt, grundsätzlich hat eine Lokomotive eine Lebensdauer von ungefähr 30 Jahren.“

Mit der Expansion der Lokwerkstatt in Kufstein legt Lokomotion den Grundstein für weiteres nachhaltiges Wachstum. „Wir blicken optimistisch in die Zukunft. Die Bahn ist ideal, um mit nur einer Person riesige Mengen von A nach B zu transportieren. Zudem wird sich der Bau des Brenner Basis Tunnels positiv auf unser Segment auswirken.“

»Weitere Informationen: Lokomotion Rail

Die Triebfahrzeuge, die aufgrund der auffälligen Lackierung auch als „Zebras“ bezeichnet werden, sorgen auf dem gesamten Alpenkorridor jederzeit für Höchstleistungen. Die Triebfahrzeuge, die aufgrund der auffälligen Lackierung auch als „Zebras“ bezeichnet werden, sorgen auf dem gesamten Alpenkorridor jederzeit für Höchstleistungen.

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