Kufsteiner Screening-Station für Tiroler Unternehmen

Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass Bayern von Pendlern aus Österreich einen negativen Covid19-Test verlangt. Seitens der WK Tirol wurde man sofort aktiv und eröffnete eine Screening-Station bei der Autobahnauffahrt Kufstein Süd.

Trotz des Feiertages am Montag, konnte am Mittwoch um 7.30 Uhr bei der Screening-Station in Kufstein bereits mit den Testungen begonnen werden. Zwei Container wurden auf dem Areal der Firma Bodner, bei der Zufahrt zum Fernheizwerk, aufgestellt. „Solche Hauruck-Aktionen der Bayern sind der Freundschaft und der Wirtschaftlichkeit nicht dienlich“, klagte WK-Bezirksobmann Martin Hirner. Zumal die Infektionsraten in Bayern wesentlich höher sind, als jene im Tiroler Unterland.

Speziell für die Pendler aus den Bezirken Kufstein, Kitzbühel und Schwaz wurde diese Screening-Station aufgebaut. Denn von ihnen wird erwartet, dass sie sich wöchentlich testen lassen und ein entsprechendes Attest auf der Arbeitsstelle vorlegen können. Es muss also rasch gehen und dabei verlässt man sich nicht auf die öffentlichen Screening-Stationen. „Rund 100 unserer Mitarbeiter sind auf bayerischen Baustellen tätig und es wird auch kontrolliert. Einrichtungen wie hier erleichtern die Arbeit  um einiges“, weiß Sandra Bodner vom gleichnamigen Bauunternehmen, welches das Areal für die Screening-Station zur Verfügung stellt.

Zwei Tests werden bei den Personen durchgeführt, erklärt Manuel Jenewein, einer der Mitarbeiter von drei Labors, die sich zusammengeschlossen haben: „Wir machen den Antigen Schnelltest und den PCR-Test.“ Die Auswertungszeit des Antigen-Schnelltests dauert 17 Minuten. Weist die Person eine zu hohe Virenbelastung auf, dann kann diese sofort in Isolation geschickt werden, bevor nach spätestens 24 Stunden der PCR-Test tatsächliche Auskunft gibt.

So funktioniert die Screening-Station

Die Unternehmer der drei Bezirke können sich unter www.labortest.at registrieren. Dann melden sie ihre Mitarbeiter zum Test an. Die Mitarbeiter bekommen per SMS auf ihr Handy den exakten Termin zur Testung und einen QR-Code, der sie zur Testung berechtigt. Auch das Ergebnis und ein Befund zum Downloaden ergehen an das Smartphone. Die Kosten für das gesamte Laborservice werden von der WKT gestützt und betragen für die Firmen 100,- Euro pro Person. Der Restbetrag – der noch nicht genau feststeht -  wird von der Wirtschaftskammer getragen.

„In unserem Unternehmen sind mittlerweile zwei Personen beschäftigt, die sich rein mit den Corona-Maßnahmen beschäftigen und sie umsetzen“, erklärte Sandra Bodner. Anordnungen sind leicht gefällt, doch sie kosten die Unternehmen enorm viel Geld. „Für mich ist das eine Schikane für die Wirtschaft. Angesichts der Infektionszahlen stellt sich die Frage, wer da wen aussperren sollte“, meinte Hirner.

Bild oben: Rasche Testungen bei der Screening-Station bei der Autobahnausfahrt Kufstein Süd: WK-OBezirksobmann Martin Hirner, Manuel Jenewein vom Test-Team, Sandra Bodner (Hans Bodner Bau GmbH) und Bezirksstellenleiter Peter Wachter (v.l.).

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