Fahrschule Sappl: Sichere Fortbewegung will gelernt sein

Laut Hannes Sappl ist ein Auto definitiv nicht nur eine Blechkiste auf vier Rädern. In seiner Fahrschule vermittelt er deshalb Leidenschaft für Fahrzeuge, aber auch das notwendige Wissen darüber. Denn Sicherheit im Verkehr ist das A und O.

Je  zwei 20 Liter fassende Tankkanister brachten die beiden ersten Fahrschüler aus dem Alpbachtal damals mit. Sie machten sich in der Nachkriegszeit auf den Weg nach Kufstein, um dort innerhalb von zwei Wochen ihre Führerscheinausbildung zu absolvieren. „Als Sohn einer Lehrerfamilie wurde meinem Vater das Unterrichten quasi schon in die Wiege gelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss er, ein bisschen seine eigene Wege zu gehen und gründete eine Fahrschule. Da Treibstoff in jenen Jahren noch Mangelware war, mussten die Schüler den Tank selbst bezahlen. Das Auto stellte er zur Verfügung und die ersten inhaltlichen Kurse fanden im eigenen Wohnzimmer statt“, erzählt Hannes Sappl von den Anfängen des Familienunternehmens. Inzwischen führt Hannes – der Nachzügler der Familie – gemeinsam mit seinen vier Geschwistern die Fahrschule Sappl, welche insgesamt sechs Niederlassungen in Kufstein, St. Johann, Hall, Wattens, Wörgl und Lienz unter ihrem Dach vereint.

70 Mitarbeiter, 35 Pkw und unzählige Zweiräder bei Sappl

„Ich habe schon früh die Fahrlehrerprüfung absolviert und während meines Elektro- und Informationstechnikstudiums bereits Theorie- sowie Praxisstunden abgehalten. Zugleich hat sich für mich immer mehr herauskristallisiert, dass ich gern selbstständig tätig bin.“ Der Zeitpunkt, als Hannes Sappl das vorgeschriebene Alter erreichte, um das Unternehmen zu übernehmen, war dann nahezu perfekt. Die ersten Smartphones kamen auf den Markt und in der Technikbranche brach die dritte Mobilfunkgeneration an – alles wurde wesentlich digitaler. Sappl führte in den vergangenen Jahren den Betrieb in die moderne Gegenwart und spätestens als die Beispielbilder der 70er-Jahre endlich aus der amtlichen Computerprüfung verschwanden, legte auch die gesamte Fahrschulbranche ihren altmodischen Touch ab.

Bis zu insgesamt 70 Mitarbeiter, 35 Pkw sowie unzählige Mopeds und Motorräder stehen bei Sappl für die Ausbildung sämtlicher Führerscheinklassen zur Verfügung. Die jüngsten Kunden kommen zwei Monate vor ihrem 15. Geburtstag, um für den Mopedführerschein zu lernen. Vor allem im Motorradbereich gibt es viele über 50-Jährige, die sich endlich den Traum von der eigenen Maschine erfüllen möchten. 90 Prozent der Absolventen sind jedoch zwischen 16 und 20 Jahre alt.

35 Pkw sowie unzählige Mopeds und Motorräder stehen für Praxis-stunden bereit. Die erfahrenen Fahrlehrer entwickeln schnell ein Gefühl für den jeweiligen Schüler. 35 Pkw sowie unzählige Mopeds und Motorräder stehen für Praxisstunden bereit. Die erfahrenen Fahrlehrer entwickeln schnell ein Gefühl für den jeweiligen Schüler.

Trotz des gesetzlich vorgegebenen Lehrplans zeigen sich hinsichtlich der Inhaltsvermittlung und des Leistungsspektrums einige Unterschiede. Denn bei der Umsetzung der Ausbildung sind den einzelnen Fahrschulen keine Grenzen gesetzt. „Wir schulen unsere Mitarbeiter individuell und bestücken auch unseren Fuhrpark ganz nach unserem Geschmack. In beiden Bereichen setzen wir auf Qualität, denn letztlich – das verkennen viele Leute – sind wir ein Dienstleistungsunternehmen, unser Produkt ist eine hochwertige Ausbildung und nicht die Plastikkarte an sich.“

Qualitative Besonderheiten zeigen sich etwa bei Eyetracking-Systemen, welche von Sappl während Perfektionsfahrten eingesetzt werden, um die Blicke des Fahrers genau zu kontrollieren. „Zudem spiele ich mit dem Gedanken, künftig mixed bzw. augmented reality am Übungsplatz zu integrieren. Es gibt bereits einige Prototypen auf diesem Segment, die beispielsweise spontan auftauchende Fußgänger simulieren. Solche Investitionen sind natürlich eine Kostenfrage, doch schlussendlich geht es um die Verkehrssicherheit und wir stimmen unsere Methoden konkret darauf ab, diese bestmöglich zu gewährleisten.“

Um die Sicherheit bei Fahranfängern zusätzlich zu erhöhen, wurde 2003 die Mehrphasenausbildung verpflichtend. Eine Perfektionsfahrt sowie ein Fahrsicherheitstraining sind fixer Bestandteil der zweiten Phase. „Mein Ziel war es, als Komplett-anbieter zu agieren. In Kooperation mit mehreren Fahrschulen aus der Region habe ich deshalb ein Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen – ein eigenes Fahrsicherheitszentrum im Unterland. 2018 wurde dieses nun in Wiesing eröffnet. Seitdem können wir nicht nur alle Klassen, sondern auch alle Phasen aus einer Hand anbieten. Darauf sind wir stolz.“

»Weitere Informationen: Fahrschule Sappl

Die Standorte Kufstein, St. Johann und Lienz wurden in den vergangenen zwei Jahren umgebaut und rundumerneuert. Die Räumlichkeiten erstrahlen nun in einheitlichem Design. Die Standorte Kufstein, St. Johann und Lienz wurden in den vergangenen zwei Jahren umgebaut und rundumerneuert. Die Räumlichkeiten erstrahlen nun in einheitlichem Design.

 

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionär zu werden? 

Fahrschulen werden größtenteils von sehr jungen Kunden besucht, die dafür bekannt sind, dass sie viel Neues erwarten. Ich bin technikaffin, stets offen für Innovationen und es macht mir Freude, die Zukunft der Branche mitgestalten zu können. Deshalb habe ich vor eineinhalb Jahren den Vorsitz der Fachvertretung von meiner Schwester übernommen.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Wir haben einen Arbeitskreis ins Leben gerufen und ein komplett neues Konzept für die Fahrlehrerausbildung erarbeitet, welches an die heutige Zeit angepasst und sehr flexibel ist. Ich selbst habe proaktiv viele Ideen eingebracht und freue mich, dass der Plan nun auf Schiene gebracht wurde.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionär?

Das wichtigste Ziel ist, unsere Mitglieder so gut wie möglich zu unterstützen. Eine starke Stimme nach außen, die gehört wird, liegt mir dabei besonders am Herzen. Gerade als Fachvertretung brauchen wir eine wirksame Interessenvertretung, denn als kleine Branche ist es umso wichtiger, Gehör zu finden.

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