Corona-Unterstützungen für Betriebe erhalten wichtige Updates

Das Comeback der Wirtschaft wird von zahlreichen Unterstützungen begleitet. Die Maßnahmen von Bund, Land und Sozialpartnern wurden in vielen Punkten verbessert und an die aktuellen Erfordernisse angepasst. Die wesentlichsten Neuerungen im Überblick.

Die Wirtschaft nimmt langsam wieder Fahrt auf. Der aktuelle BIP-Indikator der Nationalbank weist nur mehr eine Lücke von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. Die Wirtschaft erholt sich somit etwas schneller als erwartet und sollte 2020 weniger stark einbrechen als noch im Juni erwartet. „Mitentscheidend für diesen erfreulichen Trend sind die zahlreichen Maßnahmen von Bund, Ländern und Sozialpartnern. Die Unterstützungen geben dem Comeback der Wirtschaft den nötigen Rückenwind“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Den Unternehmern stehen mittlerweile wirksame Instrumente zur Verfügung. Diese reichen vom Härtefallfonds über Garantien für Überbrückungskredite bis hin zum Lehrlingsbonus und erhöhten Investitionsförderungen. Die Maßnahmen werden ständig erweitert und verbessert. Hier leistet die Wirtschaftskammer einen entscheidenden Beitrag, vor allem beim Härtefallfonds, der für den Staat abgewickelt wird. „Wir sehen im direkten Kontakt mit den Unternehmern genau, wo es hakt und fordern laufend Nachbesserungen ein. Viele unserer Vorschläge wurden bereits in den Richtlinien berücksichtigt“, betont Christoph Walser.

Die Fördermaßnahmen bleiben nicht stehen und werden ständig weiterentwickelt. Aktuell gibt es eine Reihe von Neuerungen und Updates in folgenden Bereichen:

1. Der Corona-Unterstützungsfonds von Land und WK Tirol schließt eine Förderlücke und bietet Betrieben mit Umsatzeinbußen zwischen 25 und 40 Prozent im 2. Quartal 2020 schnelle und unbürokratische Hilfe. Der nicht rückzahlbare Einmalzuschuss in der Höhe von 4.000 Euro kann seit 1. August beantragt werden.

2. Das Stundungspaket der ÖGK wurde kürzlich im Nationalrat beschlossen und tritt rückwirkend mit 1.6.2020 in Kraft. Es gibt der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) den Handlungsspielraum, Betriebe weiterhin bei coronabedingten Liquiditätsengpässen zu entlasten.

3. Die Corona Kurzarbeit galt schon bisher als internationales Vorzeigemodell. Nun wurde die Fortsetzung beschlossen. Die Neuregelung schafft Planungssicherheit für Unternehmen und Arbeitnehmer. Es gilt ab 1. Oktober und kann von Unternehmen für sechs Monate beantragt werden. Die Mindestarbeitszeit wird von zehn auf 30 Prozent angehoben. Die Einkommensnettoersatzrate für Beschäftigte bleibt gestaffelt bei 80 bis 90 Prozent.

4. Der Fixkostenzuschuss geht in Phase 2. Es können sechs weitere Monate geltend gemacht werden. Insgesamt können die Fixkosten somit bis zu neun Monate gefördert werden. Die Beantragung ist bereits ab 30 Prozent Umsatzrückgang möglich (bisher 40 Prozent). Förderbar sind bis zu 100 Prozent der Fixkosten (bisher bei 75 Prozent gedeckelt).

5. Der Verlustrücktrag hilft Unternehmen ebenfalls dabei, Liquidität im Betrieb zu halten und besonders betroffenen Branchen eine Perspektive zu geben. Über einen Verlustrücktrag können einmalig Verluste aus 2020 mit Gewinnen aus dem Jahr 2019 und unter gewissen Voraussetzungen aus dem Jahr 2018 gegengerechnet werden.

6. Die Investitionsprämie stellt ein besonders wichtiges Instrument dar. Diese entspricht einer Forderung der Wirtschaftskammer und wirkt der Gefahr entgegen, dass aufgrund der Krise Anschaffungen und Erneuerungen aufgeschoben werden. Ab September können sich Betriebe unabhängig von Größe und Branche bis zu 14 Prozent ihrer Investitionen als Förderung zurückholen. Die Investitionskosten müssen mindestens 5.000 Euro und dürfen höchstens 50 Millionen Euro betragen. Als neu gilt eine Investition dann, wenn sie frühestens im August 2020 gestartet wurde.

Damit die Übersicht über die Förderungen nicht verloren geht und sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft werden, können Unternehmer durch die Tiroler Beratungsförderung unterstützt werden, die um den Schwerpunkt „Coronavirus bedingte betriebswirtschaftliche Beratung“ ergänzt wurde. „Professionelle Beratungen durch Experten helfen den Tiroler Betrieben, möglichst gut durch diese Krise zu kommen“, erklärt Präsident Christoph Walser.

Bild oben: Das WIFI sorgt mit seiner neuen CNC-Maschine für Ausbildung am modernsten Stand der Technik. Denn vorausschauende Firmen investieren auch in der Krise. Die Investitionsprämie hilft dabei.

Sind die geschnürten Unterstützungspakete treffsicher genug?
Die Unterstützungen sind nach einem Stufenmodell aufgebaut und versuchen möglichst allen Anforderungen gerecht zu werden. Anfänglich vorhandene Lücken konnten weitgehend geschlossen werden.

Wie werden sich die Programme im Herbst weiterentwickeln?
Die WK ist laufend mit den Unternehmern in Kontakt und kommuniziert die Bedürfnisse der Betriebe an die Regierung. Das hat schon bisher zu wichtigen Nachbesserungen geführt. Für den Herbst ist geplant, konjunkturbelebende Maßnahmen und Digitalisierungsförderungen fortzusetzen und das Augenmerk auf besonders betroffene Branchen zu richten.

Was raten Sie betroffenen Betrieben?
Bei der Fülle an Unterstützungen ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu bewahren. Ich kann den Tiroler Betrieben nur raten, für die erste Orientierung unseren Info-Point wko.at/corona aufzurufen, sich die Basisinformation zu den einzelnen Programmen durchzulesen und für konkrete Fragen das Beratungsangebot unserer Experten zu nutzen.

»Weitere Infos für Betriebe: wko.at/corona

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