Die skzimmerei: Holzbau mit Tradition und Zukunft

Simon Kathrein hatte nie den Vorsatz, sich selbstständig zu machen. Doch seit über zehn Jahren steckt der derzeitige Landesinnungsmeister viel Energie und Herzblut in sein eigenes Unternehmen skzimmerei – und das mit Erfolg.

Die einzige Konstante in meinem Leben ist die Veränderung“ lautet das Motto von Simon Kathrein. Der Zimmermeister wagte den Schritt in die Selbstständigkeit, da er in der Nähe seines Wohnortes keine Anstellung fand, bei der er sich hundertprozentig selbst verwirklichen konnte. 13 Jahre später erzählt Kathrein begeistert „Ich bin ein Mensch, der laufend Veränderung braucht. Als Unternehmer habe ich in kurzen Abständen neue Herausforderungen zu bewältigen und Aufgaben zu meistern, die oft nicht vorhersehbar sind. Genau das macht mir Spaß.“

Vom Selfmademan zum Arbeitgeber

Im Jahr 2006 gründete Kathrein die skzimmerei – laut eigenen Angaben als „Alleinunterhalter“ mit den Dingen, die ein Zimmerer am dringendsten benötigt. Von einer Garage aus und einem Büro im Privatkeller startete er den klassischen Handwerksbetrieb. Der Standort hier in Fließ wurde erst einige Zeit später errichtet. Durch die Digitalisierung konnte er zu Beginn mit ein paar wichtigen Computerprogrammen sehr viel Vorarbeit leisten. „Als die Projekte dann in die Produktion und Montage gingen, brauchte ich Mitarbeiter. Anfangs habe ich versucht, alles so gut wie möglich alleine über die Bühne zu bringen und dann kam der Tag, an dem ich die ersten Leute anstellte“, erklärt Kathrein und führt weiter aus: „Am Anfang habe ich mich schon überstrapaziert und viel am Wochenende gearbeitet. Das war auch bestimmt notwendig, um gewisse Erfahrungen zu sammeln. Aber man darf nicht verabsäumen, wieder zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. Mittlerweile habe ich zehn Mitarbeiter, saisonal schwankt die Anzahl etwas, und jeder hat seinen Aufgabenbereich in der Firma. Als Chef merkt man natürlich schnell, dass die Bürokratie die Hälfte der Zeit vereinnahmt. Doch die restlichen 50 Prozent beschäftige ich mich mit rein fachlicher Arbeit, die mir nach wie vor sehr viel Freude bereitet.“

KArbeit Zimmermeister Simon Kathrein übt sein Handwerk mit Begeisterung aus. Handschlagqualität und Regionalität stehen für ihn dabei an erster Stelle. Foto: Julian Raggl

Dorfzimmerer für private Wünsche

Die Regionalität steht bei der skzimmerei im Vordergrund und Kathrein übt sein Handwerk stets aufrichtig und engagiert aus. „Ich will meine Gemeinde und die umliegenden Ortschaften bedienen, aber ich suche nicht nach Arbeit in der Hauptstadt oder gar in anderen Bundesländern. Ich bin im Dorf ein angreifbarer Handwerker, mit dem man persönlich Dinge vereinbart und die Leistung am Ende passt. Als Dorfzimmerer, wie man so schön sagt, bestimme ich meinen Markt selbst. Damit kann ich auch weiterhin stolz im Ort vor meinen Arbeiten stehen und weiß, dass die Leute mit meiner Arbeit zufrieden sind“, so Kathrein.

Aus diesem Grund bedient Kathrein zu 90 Prozent Privatpersonen, deckt in diesem Bereich jedoch alles ab, was der Holzbau hergibt: über Einfamilienhäuser, Landwirtschaftsbauten, Aufstockungen oder Sanierungen bis hin zu Dachstühlen und Zubauten. Spezifische Planungen werden im Haus erstellt, zusätzliche Leistungen werden über regionale Betriebe abgedeckt. „Wir arbeiten mit starken und zuverlässigen Partnern zusammen, dazu gehören Architekten sowie Spengler, Glaser, Schlosser und viele mehr. In der Branche sind wir alle gleich, deshalb mag ich die Bezeichnung Konkurrent nicht. Wir kämpfen gemeinsam dafür, dass viel in Holzbauweise errichtet wird und dass die Bevölkerung positiv auf unsere Gewerke eingestellt ist.“

skzimmerei am Puls der Zeit

In den vergangenen Jahrzehnten erfährt der Holzbau einen wahren Boom. Moderne Technologien, sowohl beim Material als auch in der Verarbeitung, tragen dazu bei, dass der Holzbau seinen schlechten Ruf immer mehr ablegt und den Kunden eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Ein Holzhaus kann schnell errichtet werden, strahlt eine Wohlfühlatmosphäre aus und zudem spielt der ökologische Gedanke eine immer größere Rolle. „Ein althergebrachtes Handwerk wurde in ein neues Zeitalter geführt. Unsere Spezialität ist, dass wir so klein wie möglich, aber gleichzeitig ebenso innovativ wie nötig bleiben. Wir machen auch künftig alle Digitalisierungsschritte mit, probieren neue Materialen aus und erweitern unsere Kompetenzen beispielsweise bei der Bildungswoche der österreichischen Holzbauer und Zimmermeister, um laufend am Ball zu bleiben.“

»Weitere Informationen: skzimmerei GmbH

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionär zu werden?

Als junger Meister spürte ich das familiäre Verhältnis innerhalb unserer Branche und wollte selbst einen Einblick in die Arbeit der Innung bekommen. Es war nie mein Ziel Landesinnungsmeister zu werden, aber ich wollte etwas bewegen. Die Holzbaubranche ist Vorreiter in vielen Dingen, meine Motivation liegt darin, Neues zu gestalten und Altbewährtes weiterzuführen.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Es ist uns gelungen, den Generationenwechsel in Tirol zu vollziehen. Wir haben erfahrene Funktionäre mit jungen zusammengebracht. Durch diese optimale Mischung kann nun produktiv gearbeitet werden. Außerdem wurde die Bildungswoche auf neue Beine gestellt und auch hier eine Verjüngung herbeigeführt.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionär?

Ich achte darauf, dass wir in unserer modernen und digitalisierten Welt die Tradition weiterleben lassen. Ganz nach dem Motto „Holzbau mit Tradition und Zukunft“. Außerdem forcieren wir Aus- und Weiterbildungen und kämpfen dafür, dass gesetzliche Voraussetzungen und vor allem die Meisterprüfung erhalten bleiben. Nur so haben wir auch künftig eine gewisse Qualitätssicherung.

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