Auf den Schutz des Know-hows kommt es an

Am Anfang standen jede Menge Know-how und zwei mutige Firmengründer. Sechs Jahre später ist die Schwazer Firma ECI Manufacturing dabei, die nächste Erweiterungsstufe zu realisieren.

Diese Woche ist es genau sechs Jahre her, dass sich Hans Reiter und Franz Stock mit ihrem Unternehmen ECI Manufacturing nach über 30 Jahren im Angestelltenverhältnis bei einem Schwazer Großbetrieb selbständig gemacht haben. Heute hat die Firma über 30 Mitarbeiter und ist kompetenter Ansprechpartner bei der Entwicklung und Fertigung komplexer Motoren- und Maschinenbauteile sowie im Bereich Mechatronik. Die Kurzfassung des geschäftlichen Erfolges lässt sich am besten so formulieren: ECI baut und plant das, was andere nicht können.

Das betrifft einerseits die Fertigung mechanischer Komponenten für Bauteile von Diesel- und Gasmotoren. „Dabei geht es nicht um einfache Produkte – das können andere auch. Wir haben uns auf die höchstbelasteten Motorbauteile wie Pleuel oder Zylinderköpfe spezialisiert", erklärt Hans Reiter. Zudem fertigt ECI anspruchsvolle Maschinenbauteile für Automobil- und Luftfahrzeughersteller. Das zweite Standbein, ECI Mechatronics, liefert produzierenden Unternehmen eine Digitalisierungslösung, welche die Basis für alle weiteren Datenanalysen und digitalen Geschäftsmodelle darstellt. „Wir unterstützen die Digitalisierung von Werkzeugmaschinen oder Maschinenparks", so Reiter, „und punkten mit einem Alleinstellungsmerkmal: Aufgrund der eigenen Erfahrungen in der Produktion bietet ECI digitale Lösungen, die mit direktem Bezug zur Praxis entwickelt wurden." Dieses Geschäftsfeld befindet sich im intensiven Wachstum und trifft auf das Vertrauen des Marktes: Die Geschäftsidee wurde auf Herz und Nieren von nationalen und europäischen Fördergebern durchleuchtet und positiv bewertet. Auch namhafte Großkunden setzen auf die Neuentwicklung von ECI Mechatronics.

ECI Manufacturing schützt Betriebsgeheimnisse

Ein Großteil des Kapitals der Firma liegt somit im fachlichen Know-how. Es liegt auf der Hand, dass der Schutz dieser Betriebsgeheimnisse für ECI wichtig ist. „Natürlich haben wir ein Auge darauf, dass unser Know-how nicht nach außen fließt", erklärt Hans Reiter. Zentraler Faktor ist für den Geschäftsführer der Umgang mit den Mitarbeitern. „Der Teamgedanke wird tagtäglich gelebt – es ist uns seitens der Unternehmensführung wichtig, dass alle das Gefühl haben, am gleichen Strang zu ziehen." Es sind Betriebe wie ECI, für die sich die WK für einen besseren Schutz von Firmengeheimnissen eingesetzt hat (siehe nebenstehendes Interview). Für Hans Reiter ist die Tatsache, dass sich die Rechtsdurchsetzung verbessert hat, ein wertvoller Beitrag für den Wissensstandort Österreich. „Auch wenn ein Streit vor Gericht das Letzte ist, was eine Firma haben will – alleine schon die Tatsache, dass die Durchsetzung einfacher ist als früher, schreckt vor der unberechtigten Weitergabe von internem Fachwissen ab."

Natürlich ist auch der Fachkräftemangel ein Thema für ECI Manufacturing – schließlich will die Firma in den nächsten Monaten im Mechatronik-Bereich um fünf Mitarbeiter aufstocken. Auch hier hält sich Hans Reiter nicht lange mit der Theorie auf, sondern setzt auf praktische Lösungen: „Wir bieten einerseits unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern flexible Arbeitsbedingungen. Andererseits sind es gerade die hohen Anforderungen, die Bewerber reizen, Teil unseres Teams zu werden." Mit anderen Worten: Es geht um die Lust an der Leistung.

Bild oben: Geschäftsführer Franz Stock (3. v. l.) bei der Teambesprechung. Die Tiroler Firma ECI Manufacturing setzt sowohl bei der Fertigung von Maschinenbauteilen als auch im Bereich Mechatronik auf Hightech und hohe Fachkompetenz.

»Weitere Informationen: ECI Manufacturing GmbH

 

Wie sind in Österreich Geschäftsgeheimnisse geschützt?

Ein wesentliches Gesetz in diesem Bereich ist das UWG, das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Auf Druck der Wirtschaftskammer ist die Rechtslage für Betriebe gerade wesentlich verbessert worden. Und zwar sowohl für den Know-how-Schutz selbst als auch für dessen Durchsetzung vor Gericht.

Was hat sich mit der Novelle konkret verbessert?

Die Rechtsdurchsetzung für die Unternehmen bei Verstößen gegen deren geistiges Eigentum ist nun einfacher und effektiver. Das betrifft beispielsweise Kundenlisten, Musterkollektionen, Einkaufskonditionen oder nicht allgemein bekannte Rezepturen. Im Gegensatz zur früheren Rechtslage ist jetzt sichergestellt, dass im Laufe eines Prozesses nicht weitere Informationen über ein Geschäftsgeheimnis öffentlich werden.

Was müssen die Unternehmen beachten?

Vertrauliche Informationen werden erst durch angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen zum Betriebsgeheimnis. Das heißt, dass Betriebe darauf schauen müssen, dass sensible Informationen nicht ohne Weiteres für jedermann zugänglich sind.


Wirtschaftskammer Tirol
Wirtschaftsrecht, Steuerrecht und Umwelt
Catharina Jahn
T
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