Patrick Weber lud zum Neujahrsempfang Innsbruck Land

WK-Präsident Christoph Walser fordert beim Neujahrsempfang Innsbruck Land mehr Sachlichkeit und heißt Patrick Weber in seiner neuen Funktion als Bezirksobmann herzlich willkommen.

In der öffentlichen Debatte werden zentrale Herausforderungen für Tirol häufig nur sehr kurzsichtig betrachtet. Die Folge: Einseitige Blickwinkel und fehlende Perspektive führen zu falschen Schlüssen. Präsident Christoph Walser ist es ein Anliegen, gemeinsam mit allen Beteiligten, Themen gerade zu rücken, die in der öffentlichen Debatte unsachlich diskutiert werden und daher eine Schieflage haben. „Vom Verkehr über den Tourismus bis hin zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie - nur wer die ganze Realität überblickt, schafft ehrliche Lösungen, die für alle gut sind“, erklärt Walser.

Gerade beim heiß diskutierten Thema Verkehr fehlt Walser die gebotene Sachlichkeit. Es ist praktisch, auf den Lkw-Verkehr zu schimpfen. Dabei wird häufig ausgeblendet, dass ein großer Teil der Transporte der Versorgung der Tirolerinnen und Tiroler dient. Und dass es auch andere Verursacher gibt - wie Pkw-Verkehr oder Hausbrand. „Wenn die Politik wirklich die Luftqualität verbessern will, dann muss sie ehrlich diskutieren und alle Verursacher im Auge haben“, fordert der Präsident.

Auch die aktuelle Tourismusdebatte im Land hat eine negative Schlagseite. Tirol und Tourismus - das ist eine Erfolgsgeschichte. Nur ein florierender Tourismus hält Tirol bis in die kleinsten Seitentäler lebendig und bringt Arbeit und Wohlstand vor Ort. „Daher gilt es, statt bloß dagegen zu sein, die goldene Mitte zu finden. Dafür braucht es das Zutun beider Seiten - auch der Touristiker selbst. Denn: Kein Tourismus ohne Tourismusgesinnung“, erklärt Walser.

„Diese Ehrlichkeit und Offenheit brauchen wir auch bei den anderen großen Zukunftsthemen im Land“, wünscht sich Walser für 2019, „gute Lösungen lassen sich nicht mit Populismus und Patentrezepten erzielen, sondern brauchen den Mut, der ganzen Wahrheit ins Auge zu blicken.“

Welche konkreten Projekte wurden 2018 in die Tat umgesetzt?

Patrick Weber: Die WK Bezirksstelle versteht sich als Partner der Regionen mit einem starken Fokus auf aktive Standortpolitik. In diesem Jahr haben wir uns schwerpunktmäßig der Olympiaregion Seefeld gewidmet und im Rahmen eines Krimishoppings die ansässige Wirtschaft vor den Vorhang geholt. Über 150 Besucher bzw. Hobbydetektive besuchten mehrere Stationen, um gemeinsam einen Kriminalfall zu lösen. Die einzelnen Geschäfte vor Ort wurden dabei geschickt in die Szenen eingebaut. Mit dieser Veranstaltung wollten wir die Betriebe rund um den neuen Bahnhof in den Mittelpunkt rücken und gleichzeitig die gesamte Region stärken.

Im April 2018 ging außerdem zum dritten Mal das Projekt „Offenes Werkstor“ über die Bühne, heuer erstmalig nicht nur in und rund um Hall, sondern auch in Innsbruck. Die Öffnung der lokalen Betriebe für die Bevölkerung gewährte erneut spannende Einblicke und trug zu einer positiven Bewusstseinsbildung im Sinne des Standortmarketings bei. Im kommenden Jahr werden wir uns der Schwerpunktregion Zirl/Inzing bzw. der Salzstraße widmen.

Gibt es langfristige Vorhaben, die im neuen Jahr fortgeführt werden?

In Zusammenarbeit mit Unternehmern aus dem südöstlichen Mittelgebirge hat die Bezirksstelle einen Beteiligungsprozess mit mehreren Workshops initiiert und durchgeführt. Drei Arbeitsgruppen sind daraus entstanden, die sich jeweils mit den Themen „leistbarer Gewerbegrund“, „Vernetzung und Kommunikation nach außen“ sowie „eine gemeinsame Marke“ befassen.

Bereits 2017 wurden einige Maßnahmen aus den Arbeitsgruppen umgesetzt, zuletzt die Vernetzungsveranstaltung „Gemeinsam stark sein“ im Grünwalderhof. Im November 2018 gab es ein weiteres Treffen bei der Bobbahn Igls, bei dem das Netzwerken und der Austausch unter den einzelnen Unternehmen der Region forciert wurden. Zusätzlich wurden neue Maßnahmen für 2019 geplant.

Was sind weitere Herausforderungen?

Das Thema Fachkräfte begleitet die Bezirksstelle laufend. Im Rahmen unseres bildungspolitischen Programmes setzen wir jährlich eine Reihe von Maßnahmen um, die der Zielsetzung dienen, der Lehre den Stellenwert zu geben, den sie verdient. Wir wollen junge Menschen dafür begeistern eine Ausbildung als Fachkraft anzustreben. Dabei vernetzen und skizzieren wir Karrierewege, zeigen das lokale Angebot auf und holen auch die Eltern ins Boot.

Durch die zunehmende Digitalisierung bekommt das Thema eine neue Facette, denn Berufsbilder werden sich ändern bzw. neu entstehen. Die Unternehmer sind hier selbst am Zug und wissen, welche Bildungsangebote nötig sind, um passende Fachkräfte zu bekommen. Hier werden wir ansetzen, die Anforderungen zusammentragen und an die entsprechenden Stellen kommunizieren. Für die Betriebe sollen auf lange Sicht geeignete Mitarbeiter zur Verfügung stehen und im Gegenzug Auszubildende am Arbeitsmarkt attraktive Chancen bekommen.

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