Trachten zwischen Klassik und Moderne

Trachten sind tief im Brauchtum verwurzelt. WK-Funktionär Adi Rauscher bietet mit seinem Fachgeschäft Heu&Stroh in der Innsbrucker Leopoldstraße sowohl im Lederhosen- als auch im Dirndlsegment ein breites Angebot an - von klassisch dezent bis modern.

In den letzten Jahrzehnten konnte man sie meistens fast ausschließlich auf Volksfesten erblicken, heute werden sie auch zu vielen weiteren Veranstaltungen getragen: Traditionelle Tiroler Trachten sind ein optischer Hingucker und nehmen wieder einen stärkeren Platz bei gesellschaftlichen Anlässen ein. „Mit einer Tracht ist man jederzeit und überall gut gekleidet und man merkt, dass sie erneut mehr getragen wird,“ weiß Adi Rauscher, der in seinem Geschäft Heu&Stroh in der Innsbrucker Leopoldstraße eine breite Auswahl an Dirndln und Lederhosen sowie die dazu passenden Accessoires wie Taschen und Gürtel anbietet. Mit seinen zehn Mitarbeitern und umfassender Beratung kann somit die perfekte Tracht für jeden Typ gefunden werden.

Das Familienunternehmen hat schon eine über 50-jährige Geschichte hinter sich, erzählt Rauscher: „Unser Betrieb wurde in der Nachkriegszeit von meiner Großmutter, welche Miederschneiderin war, gegründet. Mein Großvater hatte ein kaufmännisches Talent und so kam zur Produktion der Handel dazu, welcher bald eine bedeutende Rolle in unserer Firma einnahm. Heute sind meine Mutter, meine Schwester und ich Gesellschafter.“

Das Heu&Stroh gibt es seit mittlerweile 15 Jahren nach einer Neuausrichtung des bisherigen Unternehmens: „Früher war der Laden unser Sport- und Trachtenmodegeschäft. Da wir Trachtenmode schon seit den Zeiten unserer Großmutter im Betrieb führen, entschieden wir uns damals, ihr mit einem spezialisierten Geschäft mehr Raum zu geben.“

Zeitlos und modern

Das Thema Tradition hat auch einen hohen Stellenwert bei den Kollektionen, die bei Heu&Stroh geführt werden. Dass Tradition aber nicht mit alt gleichgesetzt werden muss und auch aktuelle Strömungen miteinfließen, macht Rauscher klar. So ist die Herausforderung hierbei Trachten anzubieten, die sowohl eine gewisse Zeitlosigkeit innehaben, als auch modern sind, ohne einem Trend hinterherzulaufen: „Für uns ist ein guter Mix aus einer modern interpretierten Trachtenmode mit klassischen Einflüssen wichtig. So führen wir Talschaftstrachten genauso wie moderne Kreationen. Wichtig ist nur, dass es nicht kitschig wird.“

Dieser Mix aus altbewährten und aktuellen Modetrends findet sich auch in der hauseigenen Linie „Tiroler Kollektion“ wieder: „Unsere Kollektion besteht mittlerweile aus vier Dirndln. Sie tragen die Namen unserer Frauen im Familienbetrieb und wir haben sehr darauf geachtet, dass es Modelle sind, die zeitlos zu unserer Landestradition passen.“

Auch in immer mehr Kaufhäusern werden mittlerweile Trachten angeboten zu teilweise sehr günstigen Preisen, wenn mitunter die Qualität darunter leidet. Ein Trend, der Rauscher bewusst ist: „Das Billigsemgent ist nicht unsere Welt, aber manchmal sind genau diese günstigen Trachten wie eine ‚Einstiegsdroge‘ und Kunden kommen infolgedessen zu uns, weil sie mal ‚was gscheits‘ haben möchten. Man merkt, die Kunden setzen definitiv mehr auf Qualität als auf Quantität, damit man auch langfristig eine Freude hat.“

Regional im Netz

Auch der Online-Handel spielt bei Heu&Stroh eine wichtige Rolle. So können Kunden über den hauseigenen Shop das passende Trachtenoutfit für sich entdecken. Hauptanteil der Kundschaft ist dabei der einheimische Markt: „Die meisten Bestellungen spielen sich innerhalb Österreichs ab. Wir verschicken vor allem an Tiroler, die nun in einem anderen Bundesland leben. Aber auch weiter entfernte Länder wie Kanada, Thailand und die USA waren schon dabei. Zwar ist das Anprobieren im Geschäft die bessere Variante, aber viel können  wir  telefonisch lösen“, erzählt Rauscher.

Neben Heu&Stroh führt Rauscher noch einen zweiten Laden. Das xdouble, welches sich ebenfalls in der Leopoldstraße befindet, bietet ein vielfältiges Angebot für alle Skate- und Snowboardbegeisterten und solche, die es werden wollen. „Das xdouble gibt es ja schon einige Zeit länger als das Heu&Stroh. Es war mein damaliger Einstieg in unseren Familienbetrieb“, so Rauscher. Auch wenn man zurzeit gut ausgelastet ist, gibt es schon Pläne für die Zukunft: „Wir sind derzeit mit unseren Geschäften glücklich, aber es liegen schon einige Ideen in der Schublade. Wir haben uns im Laufe der Jahrzehnte immer wieder verändert und neue Konzepte entwickelt. Man muss sich schließlich stets weiterentwickeln.“

»Weitere Informationen: Heu&Stroh

Echter Familienbetrieb: Mit Schwester Cornelia und Mutter Rosi führt Adi Rauscher den Trachtenmodeladen Heu&Stroh Foto: Jassi Brlozanovic Echter Familienbetrieb: Mit Schwester Cornelia und Mutter Rosi führt Adi Rauscher den Trachtenmodeladen Heu&Stroh Foto: Jassi Brlozanovic

 

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionär zu werden?

Eine starke Interessensvertretung ist eine wichtige Säule für alle Familienbetriebe. Mir liegt am Herzen, dass diese nicht noch mehr durch Bürokratie belastet werden. Meine Funktion in der Bezirksstelle ist motiviert durch die Stärkung der einzelnen Innsbrucker Stadtteile und die Unterstützung der lokalen Wirtschaftsinitiativen.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Im Rahmen meiner Funktionärstätigkeit konnte ich zusammen mit dem Team der Bezirksstelle schon einigen Betrieben bei behördlichen Schwierigkeiten helfen. Ich bin stolz darauf die vielen Familienbetriebe und heimischen Händler vertreten zu dürfen.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionär?

Mir ist wichtig, immer ein offenes Ohr für die Anliegen der lokalen Betriebe zu haben und somit zu helfen, dass der lokale Handel weiterhin erhalten bleibt. Ich bin überzeugt, dass wir viele Vorteile gegenüber den großen Online-Giganten haben. Diese gilt es deshalb zu finden und zu fördern.

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