Klare Sicht auf Europas Straßen

Die Techno Verkehrstechnik Handels GmbH – bekannt als SpiegelLux – in Hopfgarten ist ein überschaubares Unternehmen, aber dennoch Marktführer im deutschsprachigen Raum für Verkehrsspiegel. Jetzt will das Unternehmen international stark expandieren.

Am Beginn der Firmengründung stand ein persönliches Problem. Josef Ager ärgerte es, dass die Ausfahrt des familieneigenen Hotels mit einem Verkehrsspiegel gesichert war, der im Winter ständig beschlagen und vereist war. Kurz entschlossen begann der findige Tüftler an Lösungen zu arbeiten. Ager nützte sein handwerkliches Geschick und so entstand nach vielen Versuchen der erste beschlags- und vereisungsfreie Verkehrsspiegel. Ager gründete 2004 seine Firma für den Vertrieb seiner Innovation, die er sich im deutsprachigen Raum patentieren ließ.

Basis der eigenentwickelten Technik ist vor allem eine Gel-Schicht unter dem Spiegel, die die Wärme des Tages speichert und so die Vereisung in der Nacht verhindert – das alles ohne elektrische Energiequelle. Insgesamt wird durch eingelagerte Hohlräume, Schaumstoffe und Gel-Kissen zwischen Spiegelfläche und Rückwand die Gehäusetemperatur so kontrolliert, dass Beschlags- oder Eisansatz von vornherein verhindert werden. Diese Innovation, Verkehrsspiegel unter dem Markennamen SpiegelLux, hat Ager schon bis nach Australien und die Vereinigten Staaten von Amerika verkaufen können. Das Hauptabsatzgebiet aktuell ist jedoch der DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz), wo SpiegelLux mit den Spiegeln Marktführer ist, wie auch Sales Manager Thomas Achrainer berichtet.

Verkehrsspiegel made in Tirol

Die europäische Konkurrenz hätte in den letzten Jahren zwar die Eisfrei-Technologie kopieren können, sagt Achrainer. Dies würde aber nur den Markt auffrischen und die Idee schneller auf europäischem Raum publik machen. Ein weiterer Vorteil von SpiegelLux: Die Konkurrenz aus China arbeitet mit Masse, was den europäischen Abnehmern nicht immer passt. Daher gibt es noch viel Potenzial für Verkehrsspiegel made in Tirol – etwa in den zentral- und südosteuropäischen Ländern. Dort will SpiegelLux jetzt kräftig expandieren. Ager nimmt dafür vor allem die Märkte in Polen, in Griechenland, in Slowenien und den baltischen Staaten ins Visier.

„Expandieren ist wichtig, um zu verhindern, dass die Konkurrenz die Märkte besetzt", sagt Ager. Er und Achrainer waren daher auch besonders engagiert bei einer Außenhandelstagung der Außenwirtschaft Austria und der Wirtschaftskammer heuer in Innsbruck, bei der sie sich Informationen über etliche Exportmärkte in Zentral-, Südosteuropa sowie den amerikanischen Raum holten. Für beide war die Tagung eine hervorragende Gelegenheit, das eigene Geschäft auf internationalere Beine zu stellen.

SpiegelLux punktet am Exportmarkt

Interessiert ist Ager vor allem an Kunden aus dem Bereich Verkehrssicherheit, mit denen zusammengearbeitet werden kann. Über solche Partner kam SpiegelLux in den deutschen Markt: „Wir könnten die Auslandsmärkte nicht selbst betreuen und uns mit den Endkunden auseinandersetzen", begründet Ager.

Er kann auf den Exportmärkten mit mehreren Vorteilen punkten: Zum einen mit der innovativen Eisfrei-Technologie, zum anderen mit dem hohen Qualitätsstandard: „Wir produzieren alles selbst." Folge: „Wir haben so gut wie keine Reklamationen", berichtet Ager: „Mit kompromisslosem Qualitätsmanagement und einem modernen Maschinenpark konnten wir unsere Produkte an die technologische Spitze bringen." Die Flaggschiff-Produkte sind schlag- und stoßfest gefertigt und halten härtesten Ansprüchen stand, unter anderem, da sich die Firma auf Spiegelflächen aus Edelstahl spezialisiert hat.

Innovationstempo ist wichtig

Um den Markt noch besser verteidigen und neue Märkte noch gezielter erobern zu können, arbeitet das Hopfgartener Unternehmen an weiteren Verbesserungen. So soll eine neue Produktlinie mit Kunststoffrahmen (statt Edelstahlrahmen) die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessern, damit es für allfällige neue Mitbewerber unattraktiver wird, in den Markt hereinzudrängen.

Solche Innovationen hält Ager für wichtiger als seine Patente. „Die schützen nur bedingt. Ein Konkurrent braucht nur kleine Modifikationen vorzunehmen und hat dann unter Umständen schon die Möglichkeit, selbst in den Markt zu drängen. Innovationstempo und hohes Qualitätsbewusstsein seien daher wichtig, sagt Ager.

»Weitere Informationen: Techno Verkehrstechnik Handels GmbH

Firmengründer Josef Ager (l.) und Sales-Manager Thomas Achrainer wollen die Firmeninnovation von SpiegelLux jetzt verstärkt im Ausland vermarkten. Firmengründer Josef Ager (l.) und Sales-Manager Thomas Achrainer wollen die Firmeninnovation von SpiegelLux jetzt verstärkt im Ausland vermarkten.

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