Schmökern und stöbern bei Armütter

Seit über 200 Jahren befindet sich die Papier- und Buchhandlung Armütter mit seinem vielfältigen Angebot in der Rattenberger Innenstadt. Die engagierte Funktionärin Sonja Altenburger führt den Familienbetrieb in der achten Generation.

Noch bevor am Morgen die Volks- und Mittelschule in Rattenberg die Schüler willkommen heißt, öffnet um halb acht Sonja Altenburger ihre Papier- und Buchhandlung Armütter in dem kleinen Städtchen. Denn, wenn das eine oder andere Schulkind noch vor der ersten Unterrichtsstunde einen Tintenlöscher oder ein neues Heft benötigt, kann es sich sicher sein: Armütter hat bereits geöffnet.

Gegründet von Peter Stichlberger vor knapp 220 Jahren, begann die Geschichte des Rattenberger Familienunternehmens als Buchbinderei und Buchhandlung – anfangs noch unter dem Namen Stichlberger, wurde damals von einem Leiterwagen aus verkauft. Der Ehemann der Enkelin Stichlbergers, Jacob Armütter, führte den Betrieb fort und erweiterte ihn um den Papierhandel. Seit 1998 leitet Sonja Altenburger den Betrieb nun in der achten Generation. „Seit genau 20 Jahren führe ich gemeinsam mit meinen sechs Mitarbeitern das Geschäft. Auch meine Eltern unterstützen mich noch tatkräftig. In dieser Zeit habe ich unter anderem den hauseigenen Verlag wieder auferstehen lassen und bereits drei Bildbände publiziert", erzählt Altenburger stolz.

Das Geschäftslokal, das sich in einem gotischen Gewölbe mit Marmorrundbögen befindet, besteht aus zwei, durch einen Durchgang verbundene, Räumen. Während sich das vielfältige Papiersortiment im vorderen Bereich befindet, ist der hintere Teil für das Bücherangebot ausgelegt. Von Bilderbüchern über Romane bis hin zu Reiseführern, sind zahlreiche Werke für alle Altersklassen zu finden.

Individuelle Beratung bei Armütter

Was lockt die Kunden an? Die persönliche Beratung ist der ausschlaggebende Punkt und setzt den Betrieb von Online-Händlern ab. So groß dort auch die Auswahl sein mag, der Kundenkontakt wird dadurch niemals ersetzt. Die Kunden schätzen einen Ansprechpartner, der direkt vor Ort ist, ihnen mit ihrem Wissen zur Seite steht und für jeden Anlass und Typ das richtige Buch findet. „Wir nehmen uns Zeit für jeden Kunden und wir beraten individuell", erzählt Altenburger. So wirkt eine persönliche Empfehlung auch viel stärker nach, als Buchvorschläge, die der Bildschirm vorgibt.

Bemerkbar ist das auch durch die Leseempfehlungen, die auf zahlreichen Büchern kleben. Mit kleinen, von Mitarbeitern verfassten Rezensionen am Buchcover, bekommen Kunden einen genaueren Einblick in das Buch. Bis zu 15 neue Buchempfehlungen pro Monat kommen teilweise je Mitarbeiter zusammen, sodass in jedem Genre regelmäßig Neuvorstellungen zu finden sind.

Kindern die Welt der Bücher näherbringen

Auch in der Buch- und Papierhandlung Armütter ist man sich bewusst, dass Kinder statt zum Buch immer öfter zum Smartphone greifen. Aus diesem Grund spielt für Sonja Altenburger und ihr Team die Leseförderung eine große Rolle: „Mir ist klar, dass Lesen bei Kindern gefördert werden muss, um sie langfristig zu Leseratten zu machen. Deshalb legen wir auch einen starken Fokus auf Kinder- und Jugendliteratur bei uns im Geschäft."

Auch im Papierbereich sind Waren für Schulkinder tonangebend. Von Schultaschen bis hin zu Heften und Füllfedern, wird ein breites Angebot präsentiert. Eine besondere Leistung ist hierbei der Schulhefte-Service. So können Hefte, Bücher und weiterer Schulbedarf bereits vor den Ferien bestellt werden. Diese werden dann zum Unterrichtsbeginn direkt in die jeweiligen Klassen gebracht und ersparen dadurch Eltern einiges an Stress zum Schulanfang. Geliefert wird, von der Chefin persönlich, bis in die kleinsten Täler hinein.

Die verstärkte Aufmerksamkeit auf die junge Generation, macht sich auch in der Kundschaft bemerkbar, die sich vor allem aus jungen Familien zusammensetzt: „Irgendwie sind wir schon ein Kindergeschäft", so Altenburger. Kinder seien zwar die strengsten Kritiker und geben auch offen zu, wenn ihnen etwas nicht gefällt, aber sie geben auch die ehrlichsten Komplimente. „Ich kann mich an eine junge Kundin erinnern, die regelmäßig zu uns kommt und eines Tages verkündete ‚Ihr seid mein absolutes Lieblingsgeschäft, bei euch finde ich immer etwas‘. Das ist echt ein tolles Lob und gibt einem auch ein gutes Feedback über das Sortiment", lacht Altenburger.

»Weitere Informationen: Buch & Papier Armütter

Super Teamarbeit bei Armütter mit Lena Naschberger, Daniela Majnik, Sonja Altenburger, Simonetta Dalle-Vedove und Winfried Altenburger (v.l.).(nicht im Bild: Nina Widner, Ilse Altenburger). Super Teamarbeit bei Armütter mit Lena Naschberger, Daniela Majnik, Sonja Altenburger, Simonetta Dalle-Vedove und Winfried Altenburger (v.l.) (nicht im Bild: Nina Widner, Ilse Altenburger).

 

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionärin zu werden?

Ich habe meine Tätigkeit im „Gremium“ sozusagen von meinem Vater vererbt bekommen; bei seiner Pensionierung 1998 war er im Papier- und Buchhandelsgremium und so habe ich mit dem Geschäft auch seine Funktionen in der Wirtschaftskammer übernommen. Es war für mich als ganz junge Frau irrsinnig spannend, was bei Sitzungen in Innsbruck passiert, welche Gespräche geführt, welche Beschlüsse gefasst und welche Strategien für die Zukunft der eigenen Branche als zielführend betrachtet werden.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Wir leisten ehrenamtliche Arbeit, die der ganzen Branche zu Gute kommt. Wenn eine Aktion oder Werbemaßnahme, die wir auf Papier planen und in Gedanken durchspielen, dann tatsächlich umgesetzt wird und auf Plakaten, Flugblättern oder im Internet verwendet wird, macht einen Funktionär das schon sehr stolz.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionärin?

Als Funktionärin habe ich die Möglichkeit, für unsere Branche Verbesserungen zu erwirken. Ich weiß, wo die Kollegen der Schuh drückt und kann ihnen eine Stimme geben. Umgekehrt kann ich Informationen, Tipps und Aktivitäten der Kammer mit in meinen Bezirk nehmen.

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