Zukunft der Baulehre ist digital

Die Digitalisierung auf Österreichs Baustellen schreitet voran, auch in der Lehrlings-Ausbildung. Mit der „Baulehre 2020“ wird die Lehre im Soft- und Hardwarebereich der modernen Berufswelt angepasst.

Eine Expertengruppe aus Baugewerbe und Bauindustrie hat seit Anfang des Jahres am Konzept „Baulehre 2020“ gearbeitet. So werden unter anderem neue Arbeitstechniken, wie die digitale Vermessung und elektronisches Daten-Management in die Lehre einfließen. Um diese neuen Berufsbilder mit einem angemessenen Erscheinungsbild zu versehen, sind Umbenennungen geplant. Der Maurer soll künftig Hochbauer heißen und bildet damit das begriffliche Gegenstück zum Tiefbauer. Der bisherige Schalungsbauer wird in Zukunft zum Betonbauer. Zudem ist die Einführung einer „Kaderlehre“ geplant, welche aus einer vertieften baubetriebswirtschaftlichen Ausbildung, sowie einem zusätzlich wählbaren technischen Schwerpunkt (wie etwa Neubau oder Verkehrswegebau) bestehen soll.

Digitale Lernmethoden und gratis Tablets

Neben der strategischen Neuausrichtung der Baulehre, wird in Zukunft ein stärkerer Fokus auf den e-learning Bereich gesetzt. Hier werden ab 2019 Lern-Videos, Online-Trainings und Wissens-Checks auf einer Internet-Plattform angeboten. Durch jene, sollen Baulehrlinge auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet werden. Zudem können durch die Internetseite die Lehrinhalte aus BAUAkademie, Lehrbetrieb und Berufsschule vertieft werden.

Auch im Hardware-Bereich wird aufgerüstet: ab Herbst 2019 erhalten alle Baulehrlinge im zweiten Lehrjahr kostenlos ein Tablet mit Internet-Zugang und vorinstallierten e-learning-Programmen, sowie weiteren Applikationen zu zahlreichen Themen wie Arbeitssicherheit, Normen, Baustellendokumentation und umweltgerechter Entsorgung. Das Gerät kann nicht nur in der Schule, sondern auch auf der Baustelle eingesetzt werden und in die EDV-Struktur des Lehrbetriebes eingebunden werden.

Wirtschaftskammerpräsident Mahrer ist von der Neuausrichtung der Baulehre überzeugt: „Der Bau ist eines der Zugpferde in der heimischen Lehrlingsausbildung mit einem sehr deutlichen Plus der Lehrlinge im ersten Lehrjahr. Dass nun Baugewerbe und Bauindustrie mit der ‚Baulehre 2020‘ ein vollkommen neues, an den Erfordernissen der künftigen Berufswelt ausgerichtetes Konzept zur Ausbildung präsentieren, ist umso erfreulicher, als der Bau damit eine Signalwirkung für viele anderen Branchen in der dualen Ausbildung hat, die Bildungsinhalte systematisch zu modernisieren."

Bild oben (v.l.): Der Obmann-Stellvertreter des Fachverbandes der Bauindustrie Karl Weidlinger, WKÖ Präsident Harald Mahrer und Bau Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel stellten die Neuerungen der Baulehre vor