Pestizid-Alternative aus Tirol

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Plasmaaktiviertes Wasser kann das Wachstum von Pflanzen fördern. Die ionOXess GmbH hat einen Weg für die Massenproduktion gefunden und wurde dafür für den Tiroler Innovationspreis 2018 nominiert.

Das Tiroler Unternehmen ionOXess GmbH, ein Spin-Off des MCI Innsbruck, hat ein neuartiges Verfahren entwickelt, das für eine Revolution in der Landwirtschaft sorgen könnte. Unter dem Projektnamen PlaMaGrowth wird an der Optimierung der Herstellungsverfahren von plasmaaktiviertem Wasser gearbeitet, das in Zukunft zu einer echten Alternative zu Düngemitteln und chemischen Pestiziden werden soll. Deren intensiver Einsatz hat zu einer immer besorgniserregenden Wasser- und Bodenverschmutzung in weiten Teilen der Welt geführt.

 

 

Wachstumssteigerung durch Kaltplasma

Bei dem von ionOXess entwickelten Verfahren wird mittels eines starken elektrischen Feldes und eines eigens entwickelten Katalysators, ein aus Ionen, UV-Strahlung und entkeimenden Molekülen bestehendes Kaltplasma erzeugt, das in Gießwasser eingebracht werden kann. Laut wissenschaftlichen Studien von PlaMaGrowth fördert plasmaaktivierte Wasser die Keimung von Samen und kann den Pflanzenwuchs, auch ohne die Beisetzung von nicht-organischen Dünger, bis zu 60 Prozent beschleunigen, sowie unerwünschte Pilzbildung und Bakterienwuchs auf Samen und Pflanzen verhindern. Auch die Resistenz gegenüber Trockenheit und starker Feuchtigkeit konnte verbessert werden.

Massenproduktion in Aussicht

„Die Technologie gibt es schon länger, aber bisher war es nur möglich maximal 30 Liter plasmaaktivierten Wassers pro Stunde herzustellen. Durch eine neue Lufteinbringungstechnologie und einen neuen Katalysator, ist es mit einer Anlage möglich über 5.000 Liter pro Stunde zu produzieren“, erklärt Thomas Obholzer, Geschäftsführer bei ionOXess. Im ersten Schritt sollen die großen Setzlingsproduktionstätten in Holland, Nordafrika und Deutschland mit dem plasmaaktivierten Wasser von PlaMaGrowth versorgt werden. Der nächste Schritt ist die Expansion nach Asien, Lateinamerika und Afrika, für die das Unternehmen aber noch interessierte Partner sucht, die es bei der Internationalisierung unterstützen wollen.

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