Alpex: Carbonverpackung für Stromspeicher

Batterien sind das Herzstück von E-Autos. Die geballte elektrische Energie muss aber geschützt werden und die Insassen der Autos auch. Nun entwickelt die Tiroler Firma Alpex Technologies ein Konzept, das für Aufsehen sorgen könnte. In der Kategorie „Konzepte mit Innovationspotenzial“ konnten sie beim Tiroler Innovationspreis 2018 überzeugen und gewinnen.

In Österreich steigt die Zahl der neuzugelassenen E-Autos jedes Jahr. Die Automobilindustrie hat erkannt, dass dieser Markt noch schneller wachsen kann, wenn die Fahrzeuge ausgereifter sind. „Kunden wollen eine akzeptable Reichweite zu einem vernünftigen Preis. Autohersteller bemühen sich daher, die Fahrzeuge leichter und praktischer zu machen“, erklärt Mathis Toppmöller, Entwicklungsingenieur bei ALPEX Technologies GmbH.

 

 

Batteriewanne

Eine der anspruchsvollsten Aufgaben für Konstrukteure von elektrischen Fahrzeugen ist das Verstauen der Batterien. Die Stromspeicher müssen gekühlt werden, crashsicher und elektromagnetisch abgeschirmt sein. Aus diesem Grund sind sie in der Regel in einer Wanne aus Aluminium oder Edelstahl befestigt. Diese Materialien erfüllen die Sicherheitskriterien, sind aber aufgrund ihres Gewichts eher unpraktisch.

Eine Neuerung aus Tirol

ALPEX Technologies GmbH stellt ein Konzept vor, das viele dieser Probleme zu lösen verspricht. In Zusammenarbeit mit der SGL Group und den Universitäten Graz und Linz ist es der Tiroler Firma gelungen, das Carbon Sheet Molding Compund (C-SMC) Pressverfahren für die Herstellung von Batteriewannen zu verwenden.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis steht bei bekannten Methoden zur Herstellung von Carbonwannen in keinem realistischen Verhältnis. Bis zum fertigen Produkt waren viele Ergänzungen, Überprüfungen und Nachbesserungen nötig. Die Milser Firma geht einen ganz anderen Weg. Die C-SMC-Methode vereint mehrere Schritte in einem und macht damit einiges möglich: Bisher musste zum Beispiel das Kühlsystem im Nachhinein integriert werden und die Schraubelemente konnte man erst später befestigen und testen. ALPEX plant vieles in einem sogenannten One-Shot-Verfahren durchzuführen. Das spart Geld, Zeit, Gewicht und erlaubt die Wannenproduktion in einer für die Autoindustrie üblichen Stückzahl. Die C-SMC-Methode räumt zudem auch eine Modulbaulösung ein. In Zukunft wird man sich als Kunde entscheiden können, wie groß die Batteriewanne und wie hoch dementsprechend die Reichweite des Autos sein soll.

Die Carbonbehälter werden aus recyceltem Material hergestellt und damit ist auch der Nachhaltigkeit gedient. Batteriewannen aus Carbon sind nicht nur für E-Autos nutzbar. Auch der elektrische Flugverkehr und die Schifffahrt könnten davon profitieren. „Die Methode ist an und für sich für alle denkbaren Bereiche der Mobilität einsetzbar“, betont Herr Toppmöller.

Das Projekt soll Anfang 2020 beendet sein und der Ingenieur von ALPEX hat schon den nächsten Schritt im Visier: „Wir wollen herausfinden, ob eine Herstellung auch mit Glasfasermaterial möglich ist.“

» Nähere Informationen unter: www.alpex-tec.com

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