Handschlagqualität bei Grüner in Zams

Ferdinand Grüner erkannte die Zeichen der Zeit und gründete nach dem ersten Weltkrieg mit bescheidenen Mitteln einen Großhandel. Knapp 100 Jahre später wird das Familienunternehmen heute bereits von der dritten Generation geleitet.

Geschäftsführer und WK Funktionär Andreas Grüner blickt stolz auf die schwierigen Anfänge zurück: „Mein Opa hat aus der Not eine Tugend gemacht. Er war damals bei der Bezirkshauptmannschaft für die Verteilung der Bezugsmarken zuständig, die bei aller Knappheit der damaligen Verhältnisse eine gerechte Verteilung der Lebensmittel gewährleisteten. Da es allerdings im gesamten Bezirk keinen Lebensmittelhändler gab, der die aus Innsbruck kommende Ware verteilt hätte, sah er die Dringlichkeit, diese Funktion zu übernehmen.“ Ursprünglich war der Standort der Ferdinand Grüner & Co KG im Zentrum von Landeck angesiedelt. Das Warensortiment war nicht sehr groß, sondern auf die Grundnahrungsmittel beschränkt. An- und Weiterlieferung, Abholung und Warenmanipulation hielten sich deshalb ebenfalls in bescheidenem Rahmen und konnten mitten in der Stadt über die Bühne gehen.

Das Sortiment wurde jedoch laufend breiter und tiefer, außerdem nahm sowohl die Kundenanzahl als auch deren Größe permanent zu. „Diese Entwicklung ist konstant parallel verlaufen und so sind wir mit unseren Kunden gewachsen und umgekehrt. Vor allem in den 60er-Jahren haben wir in der Region eine deutliche Zunahme des Tourismus gemerkt - aus Privatzimmervermietungen wurden Hotels - und die Umsätze sind stetig gestiegen. Daraufhin haben wir uns einen neuen Standort gesucht und in Zams, unserer Heimatgemeinde, gefunden“, erzählt Andreas Grüner, dessen Brüder - Bernhard, Christian und Johannes – ebenfalls im Betrieb tätig sind. Somit liegen alle wichtige Schlüsselposition innerhalb der Verwandtschaft.

Grüner bietet Nischenprodukte

Im beachtlichen Alter von 77 Jahren legte der Firmengründer seinerzeit den Grundstein für das gegenwärtige Betriebsgebäude, welches bis zum heutigen Zeitpunkt unterkellerte Räumlichkeiten mit einer Lagerfläche von 2.500m² bietet. Im Jahr 1963 starteten die Geschäftstätigkeiten am neu errichteten Standort in Zams. Seither können auch Privatpersonen im C&C-Abholmarkt einkaufen und aus einem vielfältigen Angebot regionaler Produkte wählen, die im üblichen Supermarkt teilweise nicht erhältlich sind. Die Fisser Gerste, ein echtes Tiroler Urgetreide, von dem jährlich nur rund 400 Kilogramm zur Verfügung stehen, ist nur eines von vielen Beispielen. „Wir führen eine Produktpalette mit über 3.500 verschiedenen Artikeln des täglichen Bedarfs. Einige davon sind Nischenprodukte, die natürlich nicht unseren alleinigen Erfolg ausmachen, aber unsere Bandbreite abrunden und diverse Abnehmer dazu bewegen, gerade uns zu besuchen“, erläutert Grüner eines von mehreren Alleinstellungsmerkmalen gegenüber der Konkurrenz.

Zugestellt wird hingegen weiterhin nur an gewerbliche Betriebe, doch der Fokus des Unternehmens hat sich inzwischen komplett auf die Gastronomie verlagert. Selbstständige Einzelhändler, die zu keinen großen Organisationen gehören, wurden kontinuierlich weniger und starben schlussendlich ganz aus. „Unsere Hauptgeschäftszeit liegt nun in den Wintermonaten, da der Talkessel Zams als idealer Ausgangspunkt für sämtliche Skiregionen im Umkreis gilt. Doch auch touristische Betriebe in Südtirol zählen zu unserer Klientel“, so Grüner.

Mit vier eigenen Lkw und zwei Kleintransportern werden die regelmäßigen Touren bewältigt, die immer nach demselben Schema ablaufen. Ein Frischedienst wird drei Mal pro Woche angeboten, im Winter sogar schon in den frühen Morgenstunden. Die ca. 400 Stammkunden kennen die wöchentliche Routine und schätzen die sorgfältige Betreuung. Auch wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis passen muss, rücken die Kosten öfters in den Hintergrund, denn die Qualität und vor allem der einzigartige Service sind ausschlaggebend. „Wir versuchen als Familienbetrieb die menschliche Komponente hervorzuheben und pflegen einen persönlichen Umgang zu unseren Kunden. Einige sind mittlerweile zu Freunden geworden, bei denen man den Hausbrauch kennt. Unser Team von derzeit 30 Mitarbeitern kennt die Wünsche und Anforderungen, damit die Anlieferungen zufriedenstellend abgewickelt werden können“, so Grüner.

»Weitere Informationen: Ferdinand Grüner & Co KG

Einzigartig im Tiroler Oberland: Kunden fahren auch mehrere Kilometer für Pfanner Fifty-Fifty. Andreas Grüner ist auf einige seiner exklusiven Nischenprodukte Einzigartig im Tiroler Oberland: Kunden fahren auch mehrere Kilometer für Pfanner Fifty-Fifty. Andreas Grüner ist auf einige seiner exklusiven Nischenprodukte besonders stolz.

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionär zu werden?

Unternehmer zu sein, ist deutlich mehr als nur den eigenen Betrieb zu leiten. Neben den alltäglichen Hürden, die bewältigt werden müssen, gehört auch eine starke Vertretung der wirtschaftlichen Interessen dazu. Ich habe mich vor über 15 Jahren dazu entschieden, für die Anliegen der Mitglieder einzutreten.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Stolz ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber ich habe einfach sehr viel Freude an dieser Tätigkeit. Man bekommt wichtige Zusammenhänge mit und erhält einen guten Einblick in verschiedenste Bereiche. Außerdem ist man bei sämtlichen Entwicklungen von Beginn an dabei, bringt sich bei der Ideenfindung ein und erlebt die Verwirklichung.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionär?

Mein Motto lautet: Im Rahmen der Möglichkeiten immer das Bestmögliche schaffen. Man kann nie alles ändern, aber man kann viele Dinge beeinflussen und diese auf positive Art und Weise in eine gewisse Richtung lenken. Als Ansprechpartner für alle Mitgliedsbetriebe werde ich dies weiterhin aktiv verfolgen.

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