Riedle nutzt Chancen der Digitalisierung

Das Tiroler Installationsunternehmen Riedle setzt mit seinem selbst entwickelten Online-Ausbildungssystem für Lehrlinge ein klares Zeichen gegen den aktuellen Fachkräftemangel.

Vor knapp mehr als 110 Jahren wurde das Installationsunternehmen Riedle gegründet und seit jeher werden in diesem Betrieb Lehrlinge ausgebildet. Vor einiger Zeit machte sich der allgemeine Lehrlingsmangel jedoch auch hier bemerkbar und Riedle beschloss, dagegen aktiv zu werden. Ulrike Riedle führt den Familienbetrieb in vierter Generation und ist sich bewusst: „Wenn wir unsere Fachkräfte nicht selbst ausbilden, steuern wir langfristig auf ein Problem zu. Von unseren derzeit rund 40 Mitarbeitern haben über 60 Prozent ihre Berufslaufbahn schon mit einer Ausbildung bei uns begonnen. Bisher hatten wir nie Schwierigkeiten, Lehrlinge zu finden. Diese sind einfach durch Mundpropaganda auf uns zugekommen. Doch 2016 hatten wir statt der früher durchschnittlich zehn Auszubildenden plötzlich nur noch zwei."

Ab diesem Zeitpunkt stand für Riedle fest: „Wir wollen das Thema ‚Lehre‘ auf breiter Front angehen und zeigen, dass unser Beruf toll ist und eine Ausbildung bei uns ausgezeichnete Perspektiven für die Zukunft liefert." Neben Vorträgen an Schulen, Werbung im kommunalen Fernsehen, informativen Flyern und einem mehrstufigen Auswahlverfahren, bewarb sich Riedle auch für das vom Land Tirol verliehene Prädikat „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb". Dabei wurde von Beginn an ein innovatives Ziel verfolgt: Der für die Bewerbung benötigte Ausbildungsplan soll digitalisiert werden, zum einen, um die geforderte Dokumentation zu erleichtern und zum anderen, um die Lehre insgesamt noch attraktiver zu gestalten. Riedle nutzte die Chance der Digitalisierung zu gegebener Zeit und aus der ursprünglichen Grundidee resultierte schlussendlich ein ganzes Ausbildungssystem.

Riedle mit Sonder-Staatspreis ausgezeichnet

Seit Sommer 2016 können Lehrlinge mit dem eigens auf den Betrieb abgestimmten Online-Tool „Lernen & Punkten" individuell den Stoff lernen, der gerade zu ihrem Aufgabengebiet und zu ihrer „Baustelle" passt. Themen wie soziale Kompetenzen und Sicherheit auf der Baustelle werden ebenfalls geschickt vermittelt. „Es bedeutete für die gesamte Firma viel Aufwand, dieses Ausbildungstool ins Leben zu rufen und mit Inhalten zu füllen. Aber wir sind davon überzeugt, dass man der jungen Generation entgegenkommen muss. Mit ‚Lernen & Punkten‘ haben wir für unsere Lehrlinge eine persönliche Lern-umgebung geschaffen, in der sie selbst entscheiden, wann sie lernen, wie sie lernen und welche Inhalte für sie im Moment am hilfreichsten sind", betont Ulrike Riedle, die mit viel Herzblut dieses Projekt in die Tat umgesetzt hat und vor Kurzem mit ihrem Team den Sonder-Staatspreis für „Digitalisierung in der Lehrlingsausbildung" entgegennehmen konnte.

Das Tool ist auf die zahlreichen Inhalte der vier Lehrjahre und die breite Produktpalette, die ein Installateur beherrschen muss, abgestimmt. Pro Lehrjahr stehen über 60 Lerneinheiten zur Verfügung, die mit Texten, speziellen Videos und praktischen Aufgaben gefüllt sind. Die Lehrlinge können ihren persönlichen Lernfortschritt bei jeder Lerneinheit selbst einschätzen und bei regelmäßigen Online-Tests ihr Wissen zusätzlich überprüfen. Einmal im Monat findet außerdem ein Treffen mit dem zuständigen Ausbilder statt, der neben der kontinuierlichen Kontrolle auch als Ansprechpartner für persönliche Anliegen zur Seite steht. So werden Defizite schnell erkannt und Probleme beseitigt. „Wir haben bei der Entwicklung des Systems viel Wert auf die Benutzerfreundlichkeit gelegt. Das didaktische Konzept verwendet spieltypische Elemente. Es soll motivieren und zum regelmäßigen Lernen anregen", erklärt Ulrike Riedle.

Motivation und Goldmünzen

Für alle Aktivitäten im System wie regelmäßiges Lernen, selbstständiges Erstellen von Testfragen oder auch für konstruktives Feedback sammeln die Lehrlinge Punkte. Außerdem bekommen sie Punkte für gute Berufsschulnoten und die erfolgreiche Teilnahme an den Lehrlingswettbewerben. Je nach Punktestand erhalten sie am Ende des Lehrjahres Goldmünzen und Urkunden. „Es ist kein Wettkampf, aber das Punktesammeln funktioniert ähnlich wie bei einem Computerspiel und spornt die jungen Leuten zusätzlich an", so Riedle.

Die Zahl der Lehrlinge im Unternehmen Riedle ist mittlerweile wieder auf sieben angestiegen und die Resonanz ist sowohl von Seiten der Lehrlinge als auch der Ausbilder sowie der Mitarbeiter sehr positiv: „Unsere Auszubildenden beschäftigen sich viel mit dem Tool. Sie können Inhalte und Videos selbstständig und in Ruhe sooft anschauen wie sie es brauchen. Bei Fragen oder Verständnisproblemen können sie sich natürlich jederzeit auch an einen Mitarbeiter wenden. So sind alle im Unternehmen in den Ausbildungsprozess involviert und auch als Vorbereitung auf die Berufsschule hat „Lernen und Punkten" für alle einen großen Wert."

»Weitere Informationen: Riedle Installationen GmbH

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  2. Jede gut ausgebildete Fachkraft ist für den Betrieb ein wichtiger Erfolgsfaktor.
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Wenden Sie sich an die Bildungsabteilung der Tiroler Wirtschaftskammer:

T 05 90 90 5-7302
E bildung@wktirol.at
W www.tirol-bildung.at

 

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