Brennpunkt – mehr als nur Kaffee

Es riecht nach Kaffee, die Tassen klappern und man hört leises Murmeln der Gäste. In Joul’s Kaffeesiaderei ist was los. Mittendrin: Julian Schöpf, Geschäftsführer und Gründer des kleinen Cafés. Er hat alle Hände voll zu tun, wenn er seine zahlreichen Kunden mit Kaffee versorgt.

Ortswechsel: Wir befinden uns jetzt im Brennpunkt in den Viaduktbögen. Hier ist es ruhiger, größer, aber nicht weniger gemütlich. Auch dieses Café leitet Julian Schöpf, gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Kaffeemaschinenspezialisten Gerhard Farbmacher, der selbst ein Geschäft für Kaffeemaschinen in der Andechsstraße besitzt. Vor zehn Jahren schon kam den beiden die Idee, sich zu verbünden und ein Café zu gründen, das selbstgemachten Kaffee verkauft: „Die Idee ist uns wie so oft bei einem Bierchen gekommen. Zuerst haben wir gedacht, das ist eine Schnapsidee.“, erzählt Schöpf. Aber so wurde die Marke Brennpunkt geboren und konnte schließlich in die Tat umgesetzt werden.

Das richtige Plätzchen für den Brennpunkt

Es fehlte nur noch die passende Location. „Wir wollten etwas in der Nähe zu unseren beiden Geschäften. Da kamen wir auf die Viaduktbögen. Die sind sehr zentral und trotzdem eine kleine Industriezone.“, erklärt Schöpf. Das war wichtig, denn obwohl sie strengen Vorgaben unterliegt, sorgt die Kaffeerösterei für eine gewisse Geruchsbelästigung. Schließlich bekamen die beiden die Nachricht, dass nicht nur ein, sondern gleich drei Bögen frei werden würden. So war noch Platz für eine Kaffeeakademie und ein kleines Veranstaltungszentrum, das gerne für Fotoausstellungen, Kunstausstellungen oder Abendseminare genutzt wird.

Das Hauptaugenmerk von Brennpunkt liegt aber ohnehin mehr auf dem Handel. Denn der Name ist Programm: „Brennpunkt vereint viele verschiedene Serviceleistungen unter einer Marke: Wir bieten Haushaltsmaschinen, Filtertechnik, Rösterzeugnisse, Reparaturen, Verbindungen mit Schankanlagen, viel Know-how und ein Veranstaltungszentrum“, zählt Schöpf die weite Bandbreite auf. Das Marketing dafür erledigt er selbst, und zwar vom Online-Verkauf bis hin zum Produktmarketing. Dabei setzt er auf Kooperation statt auf Kommerz: „Plakative Werbung bringt uns nichts. Ich will, dass die Menschen unseren Kaffee im Mund haben. Das ist die beste Werbung.“

Vollmundiger Geschmack

Der Kaffee, der in der eigenen Rösterei hergestellt wird, ist nämlich schon etwas Besonderes. Julian Schöpf beschreibt ihn als Mischung aus traditioneller italienischer Röstung mit New Waves. Das Wissen dafür hat er sich in Mailand bei einem „altbackenen“ Barista und in Florenz in einer Kleinrösterei angeeignet. „Unser Kaffee hat zwar den typisch italienischen vollmundigen Geschmack, ist aber nicht so bitter, dass es dir die Haare auf der Zunge aufstellt“, schmunzelt er.
Bei seinen Schulungen setzt er auf Individualität. „Das sind keine Profi-Schulungen. Ich mache es kurz und knackig und auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt“, erklärt Schöpf.

Er selbst sieht sich nicht als typischer Start-up-Unternehmer. Dafür war er davor schon zu lange in geschäftsführenden Positionen tätig. In die beiden Cafés steckt er aber viel Energie. Dafür nimmt er auch lange Arbeitstage in Kauf: „Es ist schon schwierig, zwei Filialen gleichzeitig zu führen. Ich arbeite oft 18 bis 20 Stunden am Tag und das sieben Tage die Woche.“ Auch Daniela Müssigang, die schon seit Langem für die beiden arbeitet, lobt das Engagement von Schöpf und Farbmacher: „Die beiden hängen da wirklich mit ihrem Herzblut dran. Es ist wirklich toll, was sie in dieser Zeit selbst geschaffen haben!“

»Weitere Informationen: www.brennpunktcoffee.at

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