Elektroindustrie floriert auch 2017

In der heimischen Elektroindustrie stehen die Zeichen auf Wachstum. Unter dem Strich steht heuer ein Produktionszuwachs von "zumindest 8 Prozent" ins Haus, heißt es in einem Branchenbericht der UniCredit Bank Austria.

Die "sehr gute Konjunkturentwicklung" habe heuer bis September ein hohes Beschäftigungswachstum von 2,8 Prozent bis September ausgelöst, das sich im Oktober sogar noch verbessert. Daher sei auch von anhaltend hohen Wachstumsraten bis Jahresende auszugehen. Im Jahresdurchschnitt biete die Branche knapp 69.000 Arbeitsplätze - das sind fast 12 Prozent aller Industriearbeitsplätze.

Besonders positiv entwickeln sich den Angaben zufolge die Hersteller elektronischer Bauteile und Geräte. Den größten Umsatzsprung machte heuer bis Juli die Halbleiterindustrie mit einem Plus von 31 Prozent. Markant höhere Umsätze erzielten den Angaben zufolge auch die Hersteller von Medizintechnik, von Batterien und Akkumulatoren sowie von E-Motoren und sonstiger Geräte für die Energiewirtschaft.

Außenhandelsdefizite in der Unterhaltungstechnik

Weniger Umsatz machten die Bereiche IT, Unterhaltungstechnik und elektrische Haushaltsgeräte. IT-Geräte sind langfristig betrachtet günstiger geworden. "In dem Segment sind kostengünstige Produktionen in großen Stückzahlen ein essenzieller Wettbewerbsfaktor und die Hersteller aus vielen Hochlohnländern längst verschwunden", erklärte Bank-Austria-Ökonom Günter Wolf am Dienstag. Die stark steigende Produktnachfrage müsse daher über Importe gedeckt werden. Das zeigten auch die wachsenden Außenhandelsdefizite ganz klar. Die betrugen im letzten Jahr 760 Millionen Euro, fast die Hälfte davon entfiel auf die Unterhaltungselektronik. Abgefedert wurde der Fehlbetrag durch Exportüberschüsse in güternahen Sparten. (APA)