TenX: Vom Profikitesurfer zum Unternehmer

300 Teilnehmer sind diesmal dem Ruf der Startup Class im WIFI in Innsbruck gefolgt. Mittendrin: Julian Hosp, Mitbegründer des Start-Up-Unternehmens TenX, das er 2015 zusammen mit Toby Hönisch, Michael Sperk und Paul Kittiwongsunthorn gegründet hat.

Die vier jungen, motivierten Menschen vereint ein Ziel: Kryptowährungen alltagstauglich machen. Bei den sogenannten Kryptowährungen handelt es sich um virtuelles Geld, wie zum Beispiel Bitcoins. Viele können mit diesem Thema aber noch nicht wirklich viel anfangen. Das wollen Hönisch, Sperk, Hosp und Kittiwongsunthorn ändern. Gemeinsam haben sie eine App entwickelt, mit der man die Kryptowährungen auf eine eigene Debitkarte laden kann. Mit dieser Karte kann man dann in allen Geschäften bezahlen, die Kreditkarten annehmen. So können Bitcoins und Co. überall offline und im realen Leben ausgegeben werden.

Mitbegründer Julian Hosp hatte zunächst eigentlich gar nichts mit dem Thema zu tun. Der ehemalige Profi-Kitesurfer und kurzzeitige Arzt hat seine späteren Arbeitskollegen auf einer Reise nach Thailand kennengelernt: „Ich habe dort einen anderen Innsbrucker, Toby Hönisch, getroffen. Er hat künstliche Intelligenz in Graz studiert. Bei einem Drink hat er mir das Thema Kryptowährungen nähergebracht.“ Gemeinsam mit einem weiteren Tiroler, Michael Sperk, und dem Thailänder Paul Kittiwongsunthorn entstand dann die Idee für TenX. „Uns war wichtig, ein vorhandenes Problem zu lösen und keine neuen zu erschaffen“, erklärt Hosp.

Hohe Ziele für die Zukunft

Mittlerweile beschäftigen die Jungunternehmer rund 40 Mitarbeiter, bis Ende des Jahres sollen noch einmal 10 dazukommen. Aber die Ziele liegen noch höher, wie Julian Hosp erzählt: „Wir wollen in nächster Zeit aggressiv expandieren. Bis Ende 2018 wollen wir auf 150 bis 200 Mitarbeiter aufstocken. Momentan fokussieren wir stark auf Singapur, wir überlegen aber, eventuell Tochtergesellschaften in Europa und den USA aufzubauen.“ Nach Singapur hat es die vier übrigens durch einen sogenannten Hackerthon verschlagen. Bei diesem Design- und Entwicklungswettbewerb haben sie mit ihrer Idee 15.000 US-Dollar gewonnen und daraufhin die Firma in Singapur aufgesetzt.

Julian, Michael, Toby und Paul zeigen, wie erfolgreich man mit einem Start-Up-Unternehmen sein kann. Das funktioniert aber nicht von heute auf morgen und erfordert sehr viel Einsatz und Engagement. Julian Hosp gibt Tipps für einen guten Start: „Auf keinen Fall sollte man seinen Job sofort kündigen. Das bedeutet dann aber 40 Stunden im Beruf und zusätzlich 40 Stunden im Start-Up-Unternehmen. Da bleibt natürlich nicht mehr viel Freizeit und das ist für viele der Knackpunkt.“ Aber einfach kündigen sei ein viel zu hohes Risiko. Außerdem zählt der Jungunternehmer auf die Erfahrung anderer. „Aber nur auf die der richtig Erfolgreichen“, fügt er hinzu. Sein dritter Tipp ist, auch mal gegen den Strom zu schwimmen und Reibung zu erzeugen. Er spricht aus Erfahrung, denn das Thema Bitcoin spricht die breite Masse (noch) nicht an.

Keine Woche ohne halbe Depression

Aber auch bei TenX läuft nicht immer alles rund: „Es vergeht eigentlich keine Woche, in der wir nicht kurzzeitig in eine halbe Depression verfallen“, schmunzelt Julian. „Umso größer der Erfolg, desto größer werden die Herausforderungen.“ Die Probleme liegen manchmal beim Geld, dann fehlen wieder die notwendigen Mitarbeiter. Vor einer besonderen Herausforderung standen die Jungs im Februar: „Wir haben gerade eine Million US-Dollar von einem Investor bekommen, da ruft unser Kartenhersteller an und sagt, dass er uns in den nächsten drei Monaten kündigt. Da mussten wir schon einmal schnaufen. Aber dann haben wir die Beine in die Hand genommen, einen neuen Hersteller gesucht und wieder Gas gegeben.“

Nach Tirol werden die vier in nächster Zeit eher nicht zurückkommen. „Dafür müsste sich am Umfeld etwas ändern. Ich bin aber im Gespräch mit Wirtschaftsminister Harald Mahrer und er zeigt sich durchaus offen für unsere Ideen.“ Das ist nämlich das größte Ziel von TenX: Kryptowährungen an die Masse zu bringen oder „die Welt #CRYPTOFIT machen“, wie er auf seiner Website schreibt.

Rockten die Startup Class: Julian Hosp von TenX, Stefan Engl (Junge Wirtschaft_), Dominik Sebo (Icons), Fabian Rauch (Serial Entrepreneur) und Robert Schimpf (InnCuabtor) Rockten die Startup Class: Julian Hosp von TenX, Stefan Engl (Junge Wirtschaft), Dominik Sebo (Icons), Fabian Rauch (Serial Entrepreneur) und Robert Schimpf (InnCuabtor). Foto: icons

» Mehr über TenX finden Sie auf www.tenx.tech

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