Freisprechfeier und kreatives Tischlerhandwerk

Auf der Lienzer Tammerburg gab es kürzlich die Freisprechfeier für den Osttiroler Tischler Nachwuchs. Die Prüfungskandidaten haben ihr handwerkliches Können, aber auch ihre Kreativität mit einem sogenannten „Selbstwahl-Stück" unter Beweis gestellt.

„Eine solche aufwändige Veranstaltung für Tischlerlehrlinge, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, ist österreichweit einzigartig", berichtete Tischlermeister Martin Gollner – einer der drei Vorsitzenden der Osttiroler Tischler-Prüfungskommissionen – anlässlich der diesjährigen Freisprechfeier für die Tischlerlehrlinge, die Anfang September die Lehrabschlussprüfung erfolgreich ablegten.

Damit hat er sicherlich recht: Der Veranstaltungsort selbst – die altehrwürdige Tammerburg, die musikalische Begleitung durch die „LumpnBrass" – eine junge Formation aus der Osttiroler Brass-Hochburg Anras, die feierliche und sehr persönlich gehaltene Überreichung der Prüfungszeugnisse an die Lehrabsolventen, die prominenten Ehrengäste, die zahlreichen Festbesucher, die kulinarische Genüsse beim Buffet und schließlich als Highlight die Präsentation der Gesellenstücke in der Ausstellung „Kreativmöbel 2017" und in einem eigenen Katalog – das alles sind Zeichen der besonderen Wertschätzung, welche die Osttiroler Tischlereien ihrem Berufsnachwuchs entgegenbringen.

Hohe Wertschätzung bei der Freisprechfeier

Beeindruckt zeigte sich auch Franz Hörl, Obmann der Sparte Tourismus in der WK Tirol und WB-Landesobmann, der anlässlich eines Osttirol-Besuches den jungen Facharbeitern zu ihren Prüfungserfolgen gratulierte. „Das Tischlerhandwerk hat in Osttirol einen hohen Stellenwert. Darum ist es uns auch so wichtig, dass die Lehrlinge in den Betrieben die bestmögliche Ausbildung erhalten, parallel dazu in der zeitgemäß ausgestatteten Fachberufsschule Lienz von hervorragenden Fachlehrern die theoretische und ergänzende praktische Ausbildung vermittelt bekommen und schließlich auch weiterhin in Lienz die Lehrabschlussprüfung ablegen können", betonte der Bezirksinnungsmeister Friedrich Wieser, ebenfalls Prüfungsvorsitzender, und erläuterte den Prüfungsvorgang. Dieser erfordert volles Engagement nicht nur von den Prüflingen, sondern auch von den Kommissionsmitgliedern und den Tischler-Lehrkräften in der Berufsschule.

19 der insgesamt 21 Prüfungskandidaten haben ihr handwerkliches Können, aber auch ihre Kreativität mit einem sogenannten „Selbstwahl-Stück" unter Beweis gestellt – das allein schon verdient Hochachtung, da sie sich damit bewusst für den schwierigeren und vor allem ungleich zeitaufwändigeren Weg entschieden haben. Die Mühe hat sich gelohnt – herausgekommen sind vielfach Designermöbel, die selbst Fachleute in Erstaunen versetzten. „Für mich sind das alles Meisterstücke", brachte es ein Besucher der öffentlich zugänglichen Kreativmöbelschau auf den Punkt.

Bild oben: Jonas Mariacher vom Lehrbetrieb Martin Gollner hat dieses „Universalstellmöbel in Rauteform“ kreiert und konnte mit der perfekten Ausführung bei der Bewertung die höchstmögliche Punkteanzahl erreichen. Beste Voraussetzungen für sein nächstes Ziel – die Meisterprüfung.

Kategorie(n)