Handschuh-Profi Zanier zieht nach Innsbruck

Standortwechsel bei Zanier - der Lienzer Handschuhprofi zieht um: „Innsbruck ist superpassend für unsere Marke“, so Markus Zanier.

Nach 47 Jahren ist es ein scharfer Schnitt. „Doch ist der Umzug nach Innsbruck für mich einfach der nächste Schritt in der Entwicklung unseres Unternehmens“, erklärt Markus Zanier, Geschäftsführer der Zanier-Sport GesmbH, den nahenden Standortwechsel.

Der Handschuhprofi aus Lienz, der nicht nur mit den Heizhandschuhen eine Pole-Position im Markt der technischen Sporthandschuhe einnimmt, hat mit der Eröffnung des Showrooms im SoHo II am Innsbrucker Grabenweg bereits Anfang März 2016 ein Signal am neuen Standort gesetzt. „Dorthin wird unser Headquarter verlegt. Die Logistik ist seit Mai 2016 an die Gebrüder Weiss in Hall ausgelagert und ich finde Innsbruck ist als Herz der Alpen superpassend für unsere Marke“, sagt Zanier, der mit Beginn 2005 die Geschäftsführung des 1969 gegründeten Familienunternehmens übernommen hat.

Im punkto Platz war Zanier in Lienz zuletzt an die Grenzen gestoßen. Die Logistik auszulagern erleichterte zudem die Konzentration auf die Kernkompetenzen. „Wir sind richtig gut im Handschuhe entwickeln und designen“, weiß Zanier und hält fest: „Wir haben die klassische Zweitgenerationsproblematik, dass wir am Heimmarkt eine Größe sind mit viel Erfahrung und sehr gutem Standing. Jetzt müssen wir die Kreise um den Heimatmarkt weiter ziehen und uns dort stärker positionieren.“ Die USA sind so ein Markt, der von Zanier aufgebaut und erobert werden will. Generell bezeichnet Markus Zanier die Internationalisierung als Fokus und rechnet damit, dass der Umzug im Juni 2017 vollzogen sein wird.

 

Im Interview mit wirtschaft.tirol erklärt Markus Zanier die Hintergründe für den Standortwechsel von Lienz nach Innsbruck.

wirtschaft.tirol: Was war ausschlaggebend für den geplanten Umzug von Lienz nach Innsbruck?

Markus Zanier: Wir wollten in Lienz vergrößern, doch die Vergrößerung war politisch nicht gewollt. Insofern war das die logische Konsequenz, die meiner Meinung nach auch langfristig viel gescheiter ist. Ich finde Innsbruck ist als Herz der Alpen superpassend für unsere Marke und unser Unternehmen – abgesehen davon, dass es eine sehr lebenswerte, angenehme Stadt ist. Mir ist wichtig, dass wir zentraler aufgestellt sind, besser erreichbar und dass unsere Mitarbeiter leichtere Anbindungen haben.

Die Logistik wurde bereits im Mai 2016 ausgelagert. Warum?

Wir sind vom Platz und den Kapazitäten an unsere Grenzen gestoßen. Im Rahmen der Möglichkeiten hat unsere Mannschaft das zwar sehr gut und schnell gemacht, doch die Ausgangslage war ein Horror für effiziente Abwicklung. Da stellten wir uns die Frage, machen wir es selber sehr groß oder lagern wir es aus? Wie erwähnt, war die Erweiterung in unserer Umgebung nicht möglich und so suchten wir einen Logistiker in der Inntalschneise – weil wir uns klar auf Tirol besinnen und konzentrieren wollten. Einen Logistiker in den Niederlanden wollte ich nicht.

Erleichterte die Auslagerung der Logistik die Konzentration auf die Kernkompetenzen?

Ja. Es ist ein radikaler Schnitt in der Firmengeschichte, aber es ist der richtige. Wir sind richtig gut im Handschuhe entwickeln und designen. Dass wir uns um Logistikkompetenz kümmern müssen, ist - wie ich glaube - nicht Sinn der Sache. Wir schichten nun die Personalkapazitäten in Vertreib und Marketing um.

Handschuhe sind es aber nicht allein, oder?

Die Kernkompetenzen unserer eigenen Marke sind ganz klar technische Sporthandschuhe, derzeit noch mit dem Fokus auf den Winter. Wir produzieren aber generell jede Art von Kälteschutz und Accessoires für den Winter – und mittlerweile auch für den Sommer. Im Sommer sind es technische Accessoires – ebenso von Kopf bis Fuß – aber da spielt weniger die Kälte, sondern der Schutz der Hand die Hauptrolle – im Klettersteig etwa, auf dem Rad oder mit dem Paragleitschirm.

Zanier konnte beispielsweise bei den Tiroler Bergrettern punkten. Ein schwieriges Unterfangen?

Schwierig aber sehr cool. Wir wollten nicht den Weg gehen, eines unserer 130 Handschuhmodelle farblich anders zu gestalten, sondern wollten das Feedback der Bergwacht-Mitglieder aus den Einsätzen. Darauf basierend haben wir vier Modelle entwickelt und drei sind es dann geworden. Es war ein sehr schönes, stimmiges Konzept. Jetzt ist uns jeder hinterher und will uns bei den Bergrettern ablösen. Doch wir sind besser.

2011 wurde Zanier Sport Inc. in den USA gegründet. Warum?

Das ist ein riesiger Markt. Vom Zeitaufwand und den Investitionen her ist das eine große Geschichte für uns. Doch es ist ein klassischer Marktaufbau. Wir entwickeln uns gut, sind aber noch im einstelligen Prozentbereich vom Gesamtumsatz. Generell ist Internationalisierung unser Fokus und wir werden die Märkte verstärkt beackern.

Eine spannende Herausforderung?

Ja genau. Die Märkte konzentrieren sich in jeder Branche immer mehr und ich bin der fixen Überzeugung, dass man eine kritische Masse braucht, um langfristig am Markt bestehen zu können. An dem arbeiten wir sehr stark und sehr konzentriert.

Markus Zanier Zanier-Geschäftsführer Markus Zanier

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