Holzbau Saurer baut auf Energie-Autarkie

Die Sonne schreibt keine Rechnung: Das Traditionsunternehmen Holzbau Saurer aus Höfen errichtet das erste leistbare energieautarke Gewerbeobjekt. Kürzlich wurde im Tiroler Außerfern der 25.000 Liter fassende Wasserspeicher montiert.

„Der Ansatz eines energieautarken Gebäudes ist vom Prinzip her sehr einfach", erklärt Wolfgang Saurer, Geschäftsführer von Holzbau Saurer, während er gebannt verfolgt, wie der Kranarm den 25.000 Liter fassenden und über zwei Geschosse reichenden Wasserspeicher durch die Luft balanciert.

Rund 65 Prozent der benötigten Energie sind thermisch. Die Erzeugung erfolgt über eine 140 Quadratmeter große Solarthermienanlage, die Speicherung über den 25.000 Liter Wassertank, die Stromerzeugung mittels einer 140 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage und die Speicherung mit neuesten Silizium-Ionen-Batterien. „80 Prozent der Energie wird mit Solar abgedeckt. Für die Spitzen steht ein mit Pflanzenöl betriebener Generator zur Verfügung", nennt der Geschäftsführer die Details und fügt hinzu: „In ein bis zwei Jahren lässt sich dann feststellen, inwieweit Theorie und Praxis harmonieren.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Die meist gestellte Frage lautet, rechnet sich der Mehrpreis der Energie? „Beim Kauf eines neuen Autos fragt auch keiner, ob sich Navi, Stereoanlage, Ledersitze etc. rechnen. Nicht selten werden 40 Prozent für Extras ausgegeben", sagt Saurer. „Wir sind der Meinung, dass sich Energieautarkie in vielerlei Hinsicht lohnt. Von der Kostenseite her vielleicht erst in 15, 20 Jahren. Aber dann fallen keine Energiekosten mehr an. Wir können sozusagen von einer Pensionsvorsorge im umgekehrten Sinne sprechen. Und: Einsparungen sind steuerfrei. Ledersitze im Auto vermitteln vielleicht ein gutes Gefühl, rechnen tun sie sich aber nicht. Ein energieautarkes Haus zu besitzen ist mit Sicherheit ein noch besseres Gefühl", ist Wolfgang Saurer überzeugt. Herr im eigenen Haus zu sein, unabhängig vom russischen Erdgas und der Atomkraft. Darüber hinaus wird fossile Energie mittelfristig wohl teurer werden.

Mehrkosten mit fallender Tendenz

Bei Holzbau Saurer wird langfristig gedacht. Auf diese Weise kann die Energie für Mobilität im eigenen Haus abgedeckt werden. „Dies ist vor allem dann interessant, wenn sich mehrere Wohnungen oder Betriebseinheiten die Speichereinheiten gemeinsam nutzen – auch in Zusammenarbeit mit den örtlichen Energieversorgern."

Die Einzigartigkeit dieses Gebäudes bestehe darin, dass die Ausstattung für eine stressfreie Nutzung „low-tech" konzipiert ist. Die Planung des energieautarken Gebäudes bei Holzbau Saurer wurde wissenschaftlich von Professor Timo Leukefeld begleitet, unter anderem als Energieberater der Deutschen Bundesregierung tätig. Die Mehrkosten, so Saurer, belaufen sich gegenüber einer herkömmlichen Installation auf lediglich fünf Prozent – Tendenz fallend. „Wir haben mit diesem Gebäude versucht, das Beste aus verschiedenen Philosophien wie Niedrigenergie-, Passivhaus, Energie Plus- oder Sonnenhaus zu vereinen. Am Ende muss es möglichst einfach und stressfrei sein – für den Bauherrn, der Umwelt und unseren Nachkommen zu Liebe."

» Mehr Information zum innovativen Projekt und dem Unternehmen finden Sie auf der Homepage von Holzbau Saurer.

 

Beim Gebäude handelt es sich um ein Gewerbeobjekt mit einer Nutzfläche von rund 770 Quadratmetern. Die Energieautarkie steht dabei auf drei Standbeinen:

Verbraucherminimierung: Bei der Wärmeenergie werden die Einsparungen vor allem durch den Niedrigstenergiestandart der Gebäudehülle erreicht: Hochwärmegedämmte Außenwände und Dachelemente in Verbindung mit äußerst effizienten Verglasungen. Bei der elektrischen Energie setzt das Unternehmen ausschließlich auf LED-Technologie.

Energieerzeugung: Primärenergie ist die Sonne. Wärme wird mit einer 140 m² großen thermischen Solaranlage erzeugt, die bis zu 100 KW liefert. Elektrische Energie erzeugt Saurer Holzbau mit einer 24 KWp-Photovoltaikanlage, die Restmenge mit einem Rapsölgenerator, der 22 KW liefern kann.

Energiespeicher: Die Wärmeenergie wird in einem 25.000 Liter fassenden Pufferspeicher gespeichert. Er reicht über zwei Geschosse und weist so eine optimale Schichtung auf. Er kann auch zwei bis drei Wochen ohne Sonne überbrücken. Die elektrische Energie wird in vier Lithium-Ionen-Batterien mit insgesamt 40 KWh Leistung gespeichert. Hier handelt es sich um einen Tagesspeicher, bei fehlender Sonne startet der Rapsölgenerator.

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