Bauernaufstand

KOMMENTAR

Die Bauern fordern Sonderregelungen. Und vergessen, dass sie mit Privilegien bereits jetzt reichlich gesegnet sind.

 

Eure Bauern veranstalten derzeit einen seltsamen Aufstand. Weil ein Milchpreistief über das Land zieht, fordern sie neue Sonderregelungen und vergraulen damit nachhaltig ihre Verbündeten.

Dabei gibt es bereits eine Menge an Extrawürsten für die Bauern: Sie können auf ihren Hofstellen Kleingewerbe betreiben, ohne sich um betriebsanlagenrechtliche Auflagen zu scheren, sie nutzen praktische Steuerpauschalierungen, haben mit dem Landeskulturfonds eine mehr als großzügige Bank und dürfen sich über Förderungen freuen, von denen Unternehmer nur träumen können. Anstatt diese Privilegien-Pakete still und leise zu genießen, lassen eure Bauernvertreter mit neuen Forderungen aufhorchen.

Zum einen wollen sie – immer noch - Freizeitwohnsitze auf Bauernhöfen in die Raumordnung bringen. Es gehört schon einiges an Unverfrorenheit dazu, zusätzliche Sonderregeln für Sonderwidmungen nur für die Bauern zu verlangen, während das Land seit Jahren versucht, genau diese Grund-und-Boden-Fresser und Kostentreiber einzudämmen. Aber eure Bauern geben nicht auf. Doch irgendwann müsste selbst dem größten Tiroler Sturschädel klar sein, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Zum anderen sind eure Bauernvertreter ihren langjährigen Partnern, dem Lebensmittelhandel und den Wirten, arg an den Karren gefahren. Sie haben ihnen über die Zeitung ausgerichtet, dass sie grundsätzlich regionale Produkte verschleudern würden. Das ist nicht besonders schlau, denn Handel und Tourismus bemühen sich seit Jahren, regionale Feinkostprodukte aus Tirol zu vermarkten. Selbst wenn das nicht lückenlos gelingt, sollte man nicht seine Verbündeten mit Kampfansagen vergraulen.

Lasst doch einfach die Kirche im Dorf, die Kuh im Stall und vergesst das Rittern um weitere Privilegien. Irgendwann muss genug sein, meint

der Rabe


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