Ein Stück Marokko inmitten von Innsbruck

Mahassine Fischler erfüllte sich vor nunmehr zehn Jahr ihren Traum vom eigenen Geschäft. Ein Hauch von Marokko in der Alpenstadt.

Maison-Marrakech steht auf einer goldenen Sonne, die die Hauswand in der Innsbrucker Anichstraße ziert. Doch um in die bunte Welt vorzudringen, die sich hinter diesem simplen Schriftzug verbirgt, muss man sich in den Hinterhof des Hauses vorwagen. Laternen in allen Größen und Farben stehen im Hof vor dem Geschäft, das nicht nur marokkanisch anmutet, sondern allerlei Produkte aus diesem Land bereithält. Seit nunmehr zehn Jahren schafft sich die gebürtige Marokkanerin Mahassine Fischler hier ein Stück Heimat, das sie mit ihren Tiroler Kunden teilt.

Die bunte Vielfalt Marokkos

„Es war die Neugier, die mich damals nach Österreich führte. Die Abwechslung. Ich wollte etwas neues sehen und erleben“, erinnert sich Fischler und fügt lachend hinzu: „Meinen Mann habe ich erst zwei Jahre später kennen gelernt. Die Wahl-Tirolerin war viele Jahre im Verkauf tätig, ehe sie den Entschluss fasste, sich mit einem eigenen Geschäft selbstständig zu machen. „Ich fühlte mich gewappnet. Ich beherrschte die Sprache, hatte Erfahrung und dachte mir, jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“ Dennoch waren die Fragezeichen groß. Kann man in Innsbruck mit einem marokkanischen Geschäft erfolgreich sein, fragte sich Fischler damals. Die Antwort, zehn Jahre nach der Gründung, lautet Ja.

Mit dem Geschäft kann ich meine Liebe zu Marokko und Tirol verbinden.

Mahassine Fischler

Kannen und Gläser für das marokkanische Nationalgetränk Tee stehen, fein säuberlich drapiert, auf den Regalen hinter dem Verkaufstresen. Lampen, Laternen, traditionelle, von Hand gewebte Stoffe, Kleidung, Möbel, Spiegel, Quasten, Schmuck und die typischen Babouche-Schuhe: Das Sortiment ist bunt und vielfältig. Zwei Mal im Jahr reist sie in ihre Heimat, um neue Ware einzukaufen, „vorwiegend nach Marrakech und Fés“, sagt sie und greift zu einer Schale. „Das ist ein Produkt aus Ton, ein Material, das typisch für Fés ist.“
Bereut hat Fischler ihre Entscheidung noch nicht. „Meine Kunden halten mir seit zehn Jahren die Treue. Und mit dem Geschäft kann ich meine Liebe zu Marokko und Tirol verbinden. Gewissermaßen das Beste aus beiden Welten“, meint sie und zieht sich die Weste enger um die Schultern. Denn an die kalten Temperaturen wird sie sich wohl nie ganz gewöhnen.

Kategorie(n)